In einem würdigen Rahmen wurde auch heuer wieder der Volkstrauertag am Vorabend des Gedenktages begangen. Besonders dazu trug auch eine Bläsergruppe der Musikkapelle Dießfurt bei, die musikalisch den Gottesdienst als auch die anschließende Gedenkfeier eindrucksvoll begleitete.
Nach der Eucharistiefeier zogen die Kirchenbesucher gemeinsam mit Pater Jakob Seitz und Bürgermeister Johannes Schmid zum Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Dort nahmen die Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehr, des Schützenvereins Eichenlaub, des Katholischen Frauenbundes, der Katholischen Landjugend sowie der Marianischen Männerkongregation Aufstellung. Ein Fackelspalier der Feuerwehr tauchte den Platz in ein stimmungsvolles Licht.
Bei seiner Ansprache blickte der Bürgermeister 80 Jahre zurück und erinnerte zunächst an die historischen Ereignisse des Jahres 1945, als am 19. April die amerikanische Panzerdivision „Thunderbolt” die Region erreichte und befreite. Während in Schlammersdorf die Übergabe ohne größere Folgen verlief, erinnerte Schmid auch an den unerwarteten Panzerbeschuss auf Ernstfeld am 21. April 1945. Bei dieser Tragödie kamen vier Menschen ums Leben.
„Diese Ereignisse sind Teil unserer Identität”, betonte Schmid eindringlich. Auf dem Mahnmal für die Kriegsopfer seien weitere 70 Namen aus zwei Weltkriegen verewigt – 70 zerstörte Lebenswege, die mahnen: Nie wieder Krieg. Nie wieder Hass. Nie wieder Unmenschlichkeit.
Deutlich schlug der Bürgermeister den Bogen zur Gegenwart. Die Welt verändere sich erneut gefährlich: Kriege und Gewalt nähmen zu, Demokratien stünden unter Druck, Respekt und Fakten gerieten ins Hintertreffen. „Wenn Worte verrohen, folgen Taten”, mahnte Schmid und rief dazu auf, demokratische Werte aktiv zu verteidigen und wachsam gegenüber Extremismus und Spaltung zu bleiben.
Zum Abschluss legte Johannes Schmid im Namen der Gemeinde einen Kranz nieder – als Zeichen des Gedenkens und der Verantwortung für die Zukunft. Die Musiker stimmten anschließend das Lied vom „Guten Kameraden” sowie die Deutschlandhymne an und setzten damit einen würdigen Schlusspunkt unter die bewegende Gedenkfeier.