Alle 4. Klassen der Pestalozzischule Sulzbach-Rosenberg verlegten an zwei Vormittagen ihr Klassenzimmer nach Bühl bei Freudenberg. Im Fischerzentrum am Bühler Weiher hatte der Fischereiverein Amberg sechs spannende und lehrreiche Stationen aufgebaut. Erfahrene Vereinsmitglieder betreuten diese ehrenamtlich, einige nahmen dafür sogar Urlaub. Dem Verein ist es – auch im Hinblick auf die Jugendarbeit – ein großes Anliegen, mit Kindern über Umwelt, Wasser und Fische ins Gespräch zu kommen. Da diese Themen auch im Lehrplan der 4. Klassen verankert sind, nahmen die Schulen das Angebot eines praxisnahen Unterrichts im „Grünen Klassenzimmer” am Bühler Weiher gerne an.
Bürgermeister Reiner Wiedenbauer aus Freudenberg begrüßte die Schülerinnen und Schüler aus Sulzbach-Rosenberg herzlich. Bühl und die Bühler Weiher gehören zur Gemeinde Freudenberg. Er freute sich, dass die Kinder ins „Grüne Klassenzimmer” gekommen waren, und hatte zugleich eine gute Nachricht im Gepäck: Bis zu den Sommerferien sollen die Modernisierungsmaßnahmen am Freudenberger Freibad abgeschlossen sein – ein Besuch lohne sich also.
Für Begeisterung sorgten die abwechslungsreichen Stationen. Bei der Station „Keschern” waren nasse Füße kaum zu vermeiden. Dabei gingen unter anderem Signalkrebse in die Netze. Diese gehören nicht in unsere Gewässer, da sie eingeschleppt wurden und Krankheiten übertragen können, erklärte Günter Grassler. Anhand von Kleintieren wie Würmern, Eintagsfliegen und Bachflohkrebsen erfuhren die Kinder außerdem, wie sich die Wasserqualität beurteilen lässt.
Spannend war auch die Station „Fischen mit der Angel”. Dort lernten die Schülerinnen und Schüler, wer angeln darf, welche Köder verwendet werden und woran man erkennt, dass ein Fisch angebissen hat. Dabei wurde ihnen auch vermittelt, dass Fisch ein Lebensmittel ist und gefangene Fische ab der vorgeschriebenen Größe verwertet werden müssen.
An einer Tastwand sollten die Kinder verschiedene Gegenstände wie Kronkorken, Kartoffeln, Walnüsse oder Obst nur durch Fühlen erkennen. So wurde anschaulich erklärt, dass Fische meist nicht besonders gut sehen, dafür aber mit ihren Barteln hervorragend tasten und Nahrung aufspüren können. Sportlich ging es bei der Station „Casting” zu, bei der zielgenaues Werfen mit der Angel geübt wurde – mit beachtlichem Erfolg.
Kindgerecht informierte die Station „Zecken” über die Gefahren, die von diesen Tieren ausgehen können. Die Kinder erfuhren, dass nicht jede Zecke Krankheiten überträgt, man sich aber gut schützen kann. Besonders wichtig sei der tägliche „Zecken-Check” nach einem Aufenthalt in der Natur. Beim „Fischpuzzle” schließlich setzten die Schülerinnen und Schüler Fischbilder zusammen und lernten dabei den Unterschied zwischen Fried- und Raubfischen sowie Wissenswertes über deren Lebensweise.
Die Lehrkräfte Kerstin Weigl, Caroline Trautner, Ramona Scharl und Frau Müller lobten das große Engagement des Fischereivereins. Auch Simon Jäger, 1. Vorstand, und die ehrenamtlichen Fischer waren angetan: Die Kinder seien wissbegierig gewesen, hätten viele Fragen gestellt und sichtlich Freude am Unterricht am Weiher gehabt.