Das traditionelle Sonnwendfeuer des OWV-Zweigvereins Weiden wurde wie immer auf der Dekan-Pfeiffer-Ruhe, am Steinernen Tisch, entzündet. Obwohl es fast unangenehm warm war, lockte es viele Gäste auf die Höhe nahe Tröglersricht, um sich um den gewaltigen Feuerstoß, den die fleißigen Helfer um die Familien Stock und Lukas errichtet hatten, zu versammeln. Als besonderen Gast begrüßte der 2. Vorsitzende Johann Fröhlich Diplomarchivarin Petra Vorsatz und natürlich besonders alle, die den Weg aus der Stadt heraufgefunden hatten. Er entschuldigte 1. Vorstand Alois Lukas, der sich noch auf einer REHA-Maßnahme befand.
Den Anfang machte „CHORISma“ mit Volksweisen. Petra Vorsatz betonte am Beginn ihrer Feuerrede, dass sie sich bei den Inhalten auf ihre „Kernkompetenzen“ als Archivarin und Historikerin besonnen hätte und daher von Feuern im Laufe der Weidener Stadtgeschichte berichten wolle.

1241 wird Weiden erstmals urkundlich erwähnt und schon 1396 ist ein verheerender Stadtbrand überliefert.
1536 und 1540 dann wird die Stadt nochmals beinahe vollständig in Schutt und Asche gelegt. Nach diesen verheerenden Stadtbränden wurden Maßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung solcher Ereignisse zu vermeiden. So entstanden nach den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges außerhalb der Stadtmauern lange Städelreihen zur Aufbewahrung von Stroh und Heu.
Die Stadt erließ im Anschluss immer wieder Feuerlöschordnungen, damit jeder Bürger wusste, wie im Ernstfall zu handeln war.
1861 kam es zur Gründung der Turnerfeuerwehr, aus der sich dann die Freiwillige Feuerwehr entwickelte.
Die Städelreihen in den Außenbezirken mit ihren Holzbauten und ihrem leicht brennbaren Inhalt bildeten aber auch immer eine Feuergefahr. Vorsatz berichtete von verschiedenen Städelbränden.
Auch auf die Feuergefahren durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wies sie hin, die Explosion des Munitionszugs am 16.4.1945 in der Weiding, den Brand durch Beschießung in der Nacht vom 21. auf den 22. April 1945, auf die Explosion vom 14. Juli 1946 – durch Funkenflug explodierten eine halbe Million Liter Benzin am Bahnhof. 1951 wütete ein Feuer in der DETAG, da die große Wanne undicht wurde und 1953 brannte das Augustinus-Gymnasium.
Dann ging sie auf die besondere Bedeutung von Johannes des Täufers ein, zu dessen Geburt ein eigener Festtag im Jahreskalender der Kirche besteht. Durch seine Lebensweise und die Ankündigung eines Großen, der da kommen wird, fand er große Resonanz bei seinen Reden.
Für die Menschen hatte das Feuer schon immer eine imaginäre Bedeutung, es steht für Kraft und Wärme. Und besonders zur Sommersonnenwende, wo die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, wurde mit den verschiedenen Bräuchen die Sommerjahreswende gefeiert.

Danach ging schnell der Berg aus trockenem Holz und Reiser in Flammen auf, und der Schein mischte sich am Himmel mit dem der untergehenden Sonne. Zum Abschluss brachte „CHORISma“ noch einige Volksweisen zu Gehör.
Bestens gestärkt mit Brotzeit vom Grillteam und versorgt mit Getränken, stand man noch lange am Feuer in dieser lauschigen Nacht und hing seinen Gedanken nach.