Es ist schon zur Tradition geworden, dass die Damen der Fitnessgymnastikgruppe am Ende der langen Wintersaison, die regelmäßig von Oktober bis Ende April wöchentlich dienstags in der Waldthurner Schulturnhalle stattfindet, eine Wanderung unternehmen.
Am Dienstag, 5. Mai waren 15 wanderfreudige Gymnastikdamen unter der Führung von Trainerin Johanna Grünauer im benachbarten „Elm Wald“, der sich zwischen Waldau und Leuchtenberg befindet, unterwegs.
Früher sind nur wenige Menschen in den Elm Wald gegangen, denn zahlreiche dunkle Legenden rankten sich um den dichten Wald. Es soll nachts der Hoimann umgehen, der mit seinem lauten Hoj,Hoj Wanderer von ihren Wegen abbringt.
Start und Ziel war der Wiegenweiher, ein Seerosenteich, der zum „Biotop Waldau“ gehört. Dieses besteht aus mehreren Teichen; Seerosenteiche, Schilfteiche und ein unendliches Quaken von Fröschen.
Die geplante Rundtour biegt nach ca. 500 m Straße in einen landwirtschaftlichen Weg ein, der in das Naturschutzgebiet Elm führt. Die Wege im Elm sind so, wie sie vor vielen Jahren von den Bauern angelegt wurden, naturbelassen.
Auf gut begehbaren Waldboden an weiteren kleinen Weihern entlang, kam die Gruppe auf halber Strecke eines längeren Anstieges zu einem Aussichtspunkt mit Blick Richtung Neumühle und Vohenstrauß.
Zahlreiche, wunderschöne Wege führen durch den sagenumwobenen Wald und laden zu ausgiebigen Erkundungen ein. Am Waldesrand ein Gedenkstein, auch als Marterl bezeichnet „Zur Erinnerung an eine Mordtat“.
Herrlich ist es durch den frühlingsgrünen Mischwald zu wandern bis wieder eine markante Stelle an einer Wegkreuzung zu bewundern ist „Drei Handkreuze“
Hier findet man an einem Verkehrspunkt mittelalterlicher Altstraßen Kreuzungspunkte ehemaliger Handelswege Oberlind, Roggenstein und Kleinpoppenhof-Neumühle.
Sogenannte Handsteine – Grenzsteine, in die Abbildungen einer Hand oder eines Handschuhs eingehauen sind. Die gemeinsamen Merkmale verweisen vermutlich auf deren damalige Funktion als Grenzzeichen. An dieser Stelle trafen sich die Landgrafschaft Leuchtenberg, das Amt Tännesberg und die Herrschaft Waldau, gleichsam als Beglaubigung einer Abmachung.
Weiter ging’s frohen Schrittes immerzu bergauf bergab zu einer Weggabelung, wo an einem Baum ein Schrein der Jungfrau Maria mit Jesuskind zu sehen ist.

Ein Ausruf des Erstaunens erhallte durch die Gruppe, denn auf der Wanderstrecke waren drei Stühle platziert. „Was hat das nur zu bedeuten?“, fragten sich die Damen mit großem Gelächter. „Egal!“, war die Antwort und schon saßen drei Wanderinnen auf den Stühlen. Nachdem ausreichend gerastet wurde, nahte alsbald ein weiterer Aussichtspunkt mit Blick Richtung Roggenstein.
Leider fing es an leicht zu regnen, aber wie immer gut ausgerüstet mit Rucksack, Schirm oder Regenjacke, konnte das bisschen Regen die allgemeine heitere Stimmung nicht belasten.
Der Marsch führte weiter über eine Wiese und nochmals durch einen Waldabschnitt. Das nächste Ziel Trasgschieß war schon zu sehen. Hier verweilten die Damen für kurze Zeit an einer kleinen offenen Grotte mit Madonna im Innenraum.
Die letzte Etappe bot nochmal einen weiten Ausblick übers Land hinaus und auf Waldau. Überraschungen gibt es bekanntlich nie genug, darum war es nicht verwunderlich ein altes Telefon mit Drehscheibe an einem Baum befestigt zu entdecken.
Nach 7 km wandern durch die herrliche Natur in unserer schönen Heimat erreichten die Wanderinnen wieder den Wiegenweiher.
Anschließend fuhren die Damen mit Autos nach Kaimling zum Landgasthof Sonnenhang zur Einkehr. Bei köstlichen Speisen, Getränken und lustiger Unterhaltung war der Abend zusätzlich ein gelungener Abschluss für die Gymnastiksaison.
Johanna Grünauer