Die Marianische Männer-Congregation Amberg kann heuer auf ihr 400-jähriges Bestehen zurückblicken. Zum ersten Höhepunkt des Festjahres, dem Jubiläumshauptfest, begrüßte Stadtpfarrer BGR Markus Brunner, Zentralpräses der Kongregation, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer als Zelebranten des Festgottesdienstes. Das Erscheinen der von der Kongregation unter dem Titel „Ambergs Kongregationen in Vergangenheit und Gegenwart“ herausgegebenen Chronik, die vom Verlag Michael Laßleben Kallmünz in sein Verlagsprogramm aufgenommen wurde, bildet einen weiteren Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Das reich bebilderte Buch wurde von zwei Autoren verfasst: von Dr. Johannes Laschinger, dem ehemaligen Amberger Stadtarchivar und von Stadtpfarrer Markus Brunner. Liegt in dem Part von Laschinger der Akzent auf der Geschichte der Kongregation, so legt Brunner seinen Schwerpunkt auf die Rekatholisierung Ambergs und der Oberpfalz durch das Wirken der Jesuiten. Für ein ansprechendes Erscheinungsbild des Buches, das zum Preis von 19,95 Euro im Buchhandel und im Pfarrbüro St. Georg erworben werden kann, sorgte Franz Meier.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich überall, wo sich die Jesuiten niederließen, sie nach dem Vorbild der 1563 am römischen Kolleg errichteten Gemeinschaft Marianische Kongregationen gründeten; in Amberg erfolgte deren Gründung 1626. Im 17. Jahrhundert wurden die Sodalitäten, die großen Anteil an der religiös-kirchlichen Erneuerung hatten, nach Alter und ständischer Ordnung in verschiedene Kongregationen für Studierende, Bürger und „Herren“, in der Regel zumeist adelige Mitglieder der Regierung Amberg, gestuft und gegliedert. Letztere finden sich bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts häufig als Präfekten, weltliche Leiter, der Kongregation.

Die Kongregation verfügt seit 1678 über ihren prächtigen Barocksaal, dessen Zweitausstattung im Stil des Rokoko 1766 ihren Abschluss fand. Sie war aber auch Trägerin von in jesuitischem Geist geprägten, barocken Inszenierungen des katholischen Glaubens, wie theatralischen Aufführungen, religiösen Festen und prunkvollen Prozessionen.

Trotz des Wegfalls ihres geistig-religiösen Fundaments mit der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 gelang es der Kongregation bis zum heutigen Tag fortzubestehen.