Die alljährliche Messfeier an der Waldkapelle „Maria Heimsuchung“ am Goldberg zwischen Eslarn und Ortsteil „Tillyschanz“ hat längst Tradition. Am Sonntag, 5. Juli, lädt die Interessengemeinschaft „Heimatverein Eisendorf und Umgebung“ die Bevölkerung sowie alle interessierten Gäste zum Gottesdienst an die Waldkapelle ein. An diesem Sonntag ist in der Pfarrkirche keine Eucharistiefeier. Die Goldbergkapelle erinnert an die ehemalige und aktuell teilweise verfallene Waldkapelle bei Karlbach, dem heutigen tschechischen Karlova Huť. Die baugleiche Goldberg-Kapelle wurde von Landsleuten des Heimatvereins unter der Leitung von Karl Hackl errichtet. Seit Jahrzehnten steht sie am ersten Sonntag im Juli im Mittelpunkt des Gedenkens an die ehemalige böhmische Heimat und an die Geschichte der Zwangsumsiedelung. Zur Messfeier reist Heimatpfarrer Monsignore Gerhard Hettler, Pfarrer i.R. aus Passau an. Der in Weiden geborene Geistliche mit familiären Wurzeln in Eisendorf, dem heutigen tschechischen Železná, wird den Gottesdienst zelebrieren. Mit einem Schmunzeln erzählt er gerne, dass er seinen Heimatdialekt bis heute bewahrt habe und dieser sich auf der Rückfahrt in seine Wahlheimat nach Niederbayern beinahe automatisch umstelle. Seit Beginn an übernimmt die Schlossbergkapelle die musikalische Gestaltung mit der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert aus dem Jahr 1826. Auch eine Fahnenabordnung des Krieger- und Soldatenvereins wird anwesend sein. Die Messfeier erinnert zugleich an den verstorbenen Hans Kaiser, der sich über viele Jahrzehnte mit großem ehrenamtlichem Engagement um das kleine Gotteshaus kümmerte. Aktuell nimmt sich Elisabeth Würfl um die Kapelle an. Trotz stark rückläufiger Mitgliederzahlen hält die Interessengemeinschaft an dieser Tradition fest. Nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung im Jahr 2023 wird der Verein als Interessengemeinschaft weitergeführt, die die Erinnerung an die frühere Heimat bewahren und die jährlichen Begegnungen an der Waldkapelle fortsetzen wird.