Einen märchenhaften Tag erlebte eine Reisegruppe des VdK Nabburg am Chiemsee. Sie wandelte auf den Spuren von König Ludwig II. auf der Herreninsel im „Bayrischen Meer“. Die majestätische Pracht und der Prunk gegen Ende des 19. Jahrhunderts des traumhaft gelegenen Schlosses beeindruckte.
Ein Schiff brachte die 50 Personen umfassende Gruppe um Vorsitzenden Engelbert Ehbauer und Robert Herles in rund 40 Minuten von Prien aus zum Anleger der Herreninsel. Die einzigartige Atmosphäre des Sees mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegenden Berge faszinierte. Bevor sich alle auf den 20minütigen Fußmarsch zum Schloss machten gab es ein Mittagessen. Das traumhaft gelegene Schloss, ein „kleines Versailles“,wartete am Ende des Weges. Vom bayerischen Märchenkönig Ludwig II. wurde das Schloss gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, aber nie vollendet. Der Herrscher hatte sich vom Schloss Versailles in Frankreich inspirieren lassen.
Die etwa 90minütige Führung offenbarte die Verehrung des Sonnenkönigs. Ludwig II. wollte eine deutsche Homage an Ludwig XIV. – kein Versailles-Abklatsch, sondern ein Andenken. 1873 entdeckte er die Insel bei einer Bootsfahrt und kaufte sie. Bei der Errichtung standen im Vordergrund Paradeschlafzimmer und Spiegelgalerie. Innen setzten Marmor, Gold sowie Wand- und Deckenmalereien Akzente. Die Kosten betrugen etwa 16,6 Millionen Goldmark – mehr als Ludwigs Mittel hergaben. 1886 endeten die Arbeiten abrupt mit dem Tod Ludwigs im Starnberger See. Nord- und Südflügel blieben ungebaut. Unfertiges wurde später abgetragen.
Der Rundgang in den Innenräumen des echten Barocktraums startete über das Prunktreppenhaus in das Obergeschoss. Mehrfarbiger Marmor, Figuren und Gold prägen den Raum. Höhepunkt dann die große Spiegelgalerie: 98 Meter lang und damit länger als das Vorbild. Das Paradeschlafzimmer war als erstes fertig, doch Ludwig II. schlief dort nie. Beeindruckend der versenkbare Esstisch, der ins Untergeschoss fahren konnte und die riesige Badewanne.