Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH e. V) mit Sitz im hessischen Witzenhausen führt jedes Jahr eine Exkursion in verschiedene Gegenden Deutschlands oder Europa durch. Dieses Jahr führte der Ausflug von etwa 30 Interessierten aus ganz Deutschland für einige Tage nach Nordostbayern. Auf dieser Reise wurde am Sonntag, dem 10. Mai als einzige Station im Landkreis Amberg-Sulzbach auch der Pinzgauer-Zuchtbetrieb Cornelia und Norbert Übler in Hirschbach besucht. Man traf sich auf dem Weg zu einer Weide, gegenüber der Gewinnerfläche der bayerischen Wiesenmeisterschaft 2023. Auf der Weide befanden sich neben einigen Hereford-Rindern ein Bulle und etliche Kühe der Rasse Pinzgauer mit ihren Kälbern. Die Tiere gaben sehr gute Fotomotive ab und zwischen den Teilnehmern und Norbert Übler gab es allerhand Fachgespräche zur Rinderhaltung, speziell zur Mutterkuhhaltung und zur Zucht der Pinzgauer auf dem Betrieb. Norbert Übler ist zwar Besamungstechniker, setzt aber bei seiner Zucht hauptsächlich auf Deckbullen, weshalb er auch etliche Bullen auf dem Betrieb zur Erzeugung der Kälber hält.
Die Rinderrasse Pinzgauer stammt aus dem Berchtesgadener Land und ist heute in Österreich noch etwas weiter verbreitet. In Deutschland ist die Zahl der Tiere in den letzten 70 Jahren stark zurück gegangen, weil die Milchleistung eher gering ist. Heute werden die Tiere oft in Mutterkuhhaltung gehalten, die Kühe werden nicht gemolken sondern säugen ihre Kälber bis zu fast ein Jahr lang. Pinzgauer haben eine sehr schöne Farbzeichnung und erscheinen so sehr attraktiv auf Schauen oder wie gesehen auf der Weide, besitzen aber auch ein sehr gutes, hochwertiges Fleisch.
Zum Abschluss des Besuchs traf man sich noch auf dem Betrieb selbst und konnte die Walliser Schwarznasenschafe besichtigen, die seit einigen Jahren dort gezüchtet werden. Zuletzt gab es noch eine kleine Mahlzeit für die Gäste, bevor man sich zur Rückreise nach Hessen verabschiedete.