Es wuselte und brummte am 17.1.26 dröhnend fast wie in einem Bienenstock in der Werkstatt von Gerhard Reichl in Altenstadt, als 17 Insektenfreunde gemeinsam 23 luxuriöse Insektennisthilfen herstellten und hunderte tiefe Löcher in hartes Holz bohrten. Luxuriös deshalb, weil hier den Insekten einiges an Arbeit abgenommen wird. Sie können ihre Brut in vorgebohrte Löcher mit sauberen, flügelsicheren Rändern stapeln, heranwachsen lassen und habe so gute Bedingungen, sich erfolgreich zu vermehren. Denn auch wenn viele Leute bei Bienen vor allem an die Honigbiene im Bienenstock denken, ist Biene nicht gleich Biene. Es gibt ca. 560 Wildbienenarten in Deutschland, zu denen auch die Hummeln zählen. Sie haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, auch hinsichtlich ihrer Fortpflanzung. Einige bauen eigene Nester, andere nisten im Boden, im Totholz, in markhaltigen Pflanzenhalmen oder in Lehmwänden. Will man ihnen etwas Gutes tun, dann muss man doch einiges Wissen. Das vermittelten die drei LBVler Albert Hirmer, Hans Heinrich und Gerhard Reichl anschaulich den gut gelaunten und sichtbar glücklich dreinschauenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops. Zu Gast beim Landesbund für Vogel und Naturschutz waren dabei Wildbienenfreunde aller Altersgruppen, aber Kinder, deren Muskeln am Abend wohl gebrannt haben.Alle erfuhren, was es für eine gute Nisthilfe braucht: das richtige Holz, die richtige Bohrtechnik, die richtige Glättung der Lochränder, die ansonsten den zarten Flügeln der kleinen Brummer gefährlich werden können. Inspiration gab es aber auch für weitere Nisthilfen, die dann auch anderen Wildbienen und Insekten nützen. Im Garten von Gerhard Reichl konnte man da die ganze Bandbreite im Einsatz bewundern. Lehmwände, Totholz mit Löchern, Hummelkästen, zusammengebundene markige Brombeerstängel, Löcher zwischen gelagerten Holzbrettern und einiges mehr. Aber das sind Projekte für andere Tage. An diesem Tag waren alle Teilnehmer erst einmal stolz, dass sie nach Stunden des Bohrens so schöne und dekorative Nisthilfen mit nach Hause nehmen konnten. Jetzt gilt es auf die ersten Bewohner zu warten. Der Frühling kann kommen!