Ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis durften die Schülerinnen und Schüler der Realschule Kemnath erleben: Vier Musikerinnen und Musiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (BRSO) gastierten mit dem Jugendkonzert „Musik als Selbstporträt“ an der Schule. Organisiert wurde das Konzert von Studienrätin Anna-Maria Beck für die Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen, die so unmittelbar mit professionellen Orchestermusikern in Kontakt treten konnten.
Im Mittelpunkt des Konzerts stand das 8. Streichquartett von Dmitrij Schostakowitsch. Die Musikerinnen und Musiker erläuterten eindrucksvoll, wie der Komponist seine persönlichen Erfahrungen sowie die Schrecken von Krieg und Faschismus in Musik übersetzte, gleichzeitig damit auch ein sehr persönliches musikalisches Selbstporträt lieferte, was durch das immer wiederkehrende Motiv D–Es–C–H, das sich aus den Initialen des Komponisten ableitet, anschaulich wurde. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so nicht nur Einblicke in die musikalische Struktur, sondern auch in die Biografie und die bewegte Zeitgeschichte Schostakowitschs.
Das Konzert war mehr als reine Darbietung: Die Jugendlichen wurden aktiv einbezogen und konnten eigene Gedanken und Beiträge einbringen. So wurde Musik unmittelbar erfahrbar – als Ausdruck von Persönlichkeit, als Spiegel gesellschaftlicher Umstände und als Mittel des Widerspruchs. Die Veranstaltung war Teil der BRSO-Schultour, bei der Ensembles des Orchesters gezielt Schulen in ganz Bayern besuchen, um auch außerhalb der großen Konzertsäle Begegnungen mit klassischer Musik zu ermöglichen. In Kemnath war es ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie lebendig und aktuell klassische Musik sein kann. Ein ebenfalls angereistes Fernsehteam des BR produzierte einen Beitrag für die Abendschau. Am Ende stand begeisterter Applaus – und die Erkenntnis, dass Musik weit mehr ist als nur Klang: Sie kann Geschichte erzählen, Haltung ausdrücken und Menschen miteinander verbinden.