Am unsinnigen Donnerstag bebte die Senioren-Tagesstätte der Arbeiterwohlfahrt in Eslarn – und das nicht etwa wegen eines Erdbebens, sondern wegen 33 gut gelaunter Musiker, darunter gleich drei Bässe zweier Faschingsbands, die die Tagesgäste zum närrischen Stelldichein geladen hatten. Der Aufenthaltsraum war liebevoll dekoriert, auf den Tischen sorgten Bilder dafür, dass jeder Tagesgast zielsicher seinen Platz fand – da waren Verwechslungen ausgeschlossen, selbst bei ausgelassener Stimmung. Der als AWO-Edelsmann mit grauer Perücke und edlem Barock-Umhang gewandete Gastgeber stellte den Nachmittag standesgemäß unter das Motto „Hollywood“. Und Hollywood kam tatsächlich: Das Personal schlüpfte in die Rollen berühmter Filmschauspieler, sodass sich so mancher Gast fragte, ob nicht gerade der rote Teppich ausgerollt würde. Im Publikum dominierten farbenfrohe Damenkostüme, doch auch einige Herren bewiesen Mut zur Weiblichkeit. Hinter Perücken, Kleidern und durchaus „aufgeblasenen Vorbauten“ wurde geschunkelt, was das Zeug hielt – wobei es bei manchem Gedränge aufgrund der „großen Balkone“ zu kleinen logistischen Herausforderungen kam. Musik und das rührige AWO-Team brachten die Seniorinnen und Senioren schnell in Bewegung: Klatschen, Singen, Schunkeln – auf und nieder, immer wieder im Takt der Melodie. Das bestens abgestimmte Programm ließ keine Wünsche offen. Die Bands „Schlutupers“ und „Jesse James“ heizten kräftig ein. Spätestens beim böhmischen Wind sang der ganze Saal im Duett, und bei „Wir san vom Wold dahoum“ hallten begeisterte Zugaberufe durch den Raum. Der Höhepunkt? Ganz klar: „Rucki-Zucki“! Hier waren alle Hände in Bewegung – und vermutlich auch Muskeln, von denen man gar nicht mehr wusste, dass es sie gibt. Zwischen Häppchen und Heiterkeit sorgte das AWO-Seniorenteam – namentlich Jutta Wild und Monika Maier – mit Häppchen für beste Verpflegung. Besonders begehrt war das eigens von der Arbeiterwohlfahrt gebraute Kommunbier, das reißenden Absatz fand und so manchem Hollywood-Star während des Nachmittags zusätzlichen Glanz verlieh. Mit einem Augenzwinkern baten die Musiker um „schärfere Sachen“ – nicht etwa aus Übermut, sondern aus rein praktischen Gründen: „Dann wird weniger getrunken und wir müssen nicht so oft aufs Klo“, erklärte Musiker Manfred Wild verschmitzt. Eine Bitte, die laut AWO-Vorsitzenden Fritz Möstl durchaus erfüllbar sei. Fazit des närrischen Nachmittags: Eslarn hat was zu bieten! Die gute Stimmung schwappte mühelos zwischen Jung und Alt hin und her. Hier wurde nicht nur gefeiert, sondern miteinander gelacht, gesungen und geschunkelt – ganz im Sinne eines gelungenen Faschings, bei dem selbst Hollywood neidisch geworden wäre.