Vom 11. bis 16. Mai 2026 begaben sich insgesamt 21 Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Doktor-Eisenbarth Mittelschule in Oberviechtach, begleitet von drei Lehrkräfte und einem Mitarbeiter des Kreisjugendamtes Schwandorf auf eine eindrucksvolle Studienfahrt nach Krakau und zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Die Reise verband historische Bildung, internationale Begegnungen und gemeinschaftliche Erlebnisse auf besondere Weise.
Nach einer knapp 8 – stündigen Fahrt erreichte die Gruppe die polnische Kulturmetropole Krakau und bezog ihr Quartier im Hotel Secesja. Das offizielle Programm begann schließlich am Dienstag. Hier führte ein Rundgang durch das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz sowie das frühere Ghetto im Stadtteil Podgórze eindrucksvoll vor Augen, wie eng jüdisches Leben einst mit der Geschichte Krakaus verbunden war. Der Besuch der Schindler-Fabrik mit der Ausstellung „Krakau während der Besatzung 1939–1945“ vermittelte den Schülerinnen und Schülern einen bewegenden Einblick in die Zeit der deutschen Besatzung. Den Abend rundete ein gemeinsames Essen mit Klezmerkonzert in einem jüdischen Restaurant ab.
Ein Schwerpunkt der Fahrt lag auf der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocausts. Besonders prägend waren dadurch die beiden folgenden Tage in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Jugendlichen besichtigten sowohl das Stammlager Auschwitz I als auch das Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau. Die Ausstellungen, erhaltenen Baracken, Ruinen der Gaskammern und die zahlreichen persönlichen Schicksale hinterließen bei allen Teilnehmenden einen tiefen Eindruck. Ein Workshop in der Gedenkstätte zum Thema „Historische Artefakte – Gegenstände aus der NS-Zeit“ bot zusätzlich Raum zur Reflexion und zum gemeinsamen Austausch.
Am Freitag stand die Begegnung mit einer polnischen Schulklasse auf dem Programm. Dabei konnten die Jugendlichen internationale Kontakte knüpfen und Gemeinsamkeiten über Ländergrenzen hinweg entdecken. Anschließend erkundete die Gruppe bei einer Stadtführung die Krakauer Altstadt mit ihren historischen Sehenswürdigkeiten wie dem Marktplatz, der Marienkirche und dem Wawelhügel. Ein weiteres bewegendes Erlebnis war das abschließende Gespräch mit einer Zeitzeugin des Holocaust, das die Geschichte für die Schülerinnen und Schüler noch greifbarer machte. Neben dem offiziellen Programm blieb den Jugendlichen täglich immer wieder Zeit, die Stadt bei Spaziergängen zu erkunden, den berühmten Marktplatz zu besuchen oder in Einkaufszentren den Krakauer Alltag kennenzulernen.
Die Fahrt war für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung, die weit über den regulären Unterricht hinausging. Sie vermittelte historische Verantwortung, förderte interkulturelles Verständnis und stärkte die Gemeinschaft innerhalb der Klassen.
Ein besonderer Dank gilt dem Kreisjugendamt Schwandorf, insbesondere Herrn Stefan Kuhn, dem Förderverein der Schule und der Sanddorf – Stiftung aus Regensburg für die großzügige Unterstützung der Fahrt. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei Cracovia Reisen Sp. z o.o. für die sorgfältige Planung des abwechslungsreichen Programms.