Preißach hat ein eigenes „Grundgesetz” – verkündet von Kaspar Nettesheim beim Faschingsnachmittag des Katholischen Landvolks im Schützenheim. Viel von der humorvollen Gelassenheit seiner rheinischen Heimat ist in dieses Dokument eingeflossen, und Hand aufs Herz: Auf der Basis schlicht-vernünftiger Maximen wie „Es hat noch immer gut gegangen”, „Was soll der ganze Blödsinn” und „Trink noch einen mit” ließen sich manche Krisen und Querelen wohl einfacher und nachhaltiger lösen als mit Abertausenden bürokratischer Paragraphen.
Mit den launigen Versen vom „Kabeljau”, dem „Stier” und der „Made” ließ der Wahl-Weihersberger außerdem Heinz Erhardts Tierleben über die Schützenheimbühne spazieren. Sein Talent als Schauspieler und Witzeerzähler bewies auch Dieter Klein: Als Richter verknackte er Xaver Pimplmoser (Hans Hofmann), der sich, durch die im Gefängnis „Sing Sing” verbrachte Untersuchungshaft traumatisiert, nur noch singend artikulierte, zu vier Jahren Haft, nachdem der Angeklagte sein Verbrechen – die Verführung der rassigen Rosemarie – nur mit einem lakonischen „Wir sind alle kleine Sünderlein” kommentiert hatte. Aus der Seele sprach der Altbürgermeister vielen mit seinen Schilderungen des Lebens eines frischgebackenen Rentners zwischen Gassigehen und Vogelhäuschenbau.
Nicht nur Pfarrer Edmund Prechtl lachte herzlich über Gisela Rodlers Vortrag von der Katze, die sich während einer Messe am Altar häuslich niederließ, was den Zelebranten gar nicht störte: Die Mäusefängerin passe perfekt in den Gottesdienst, denn erfahrungsgemäß seien seine Predigten sowieso nur „für die Katz”. Als schwerhörige „Frau Gockelhahn” brachte Marianne Stabla ihre Freundin „Frau Gischpl” (Helene Hartmann) zur Verzweiflung, Edith Uschold kokettierte als ländlich-sittliche „Schönheitskönigin von Schneizlreith”, und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk gab eine amüsante Kostprobe bayerischen schwarzen Humors am Sterbebett. Die musikalische Begleitung steuerte Gerhard Retzer am Akkordeon bei.