Der katholische Frauenbund Schirmitz feierte gemeinsam mit den Christinnen auf der ganzen Welt den diesjährigen Weltgebetstag mit Liedern, Geschichten und Gebeten der Frauen aus Nigeria.
In diesem Jahr lautete das Motto: „Kommt! Bringt eure Last.” Diese Worte vom 11. Kapitel des Matthäusevangeliums machen deutlich, wie wichtig es ist, eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme zu haben und die eigene Lebenslast abgeben bzw. teilen zu können. Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit zu haben.
Gerade Nigeria ist auf der einen Seite ein aufstrebendes Wirtschaftsland mit Öl, Gas, Gold und anderen Bodenschätzen, jedoch auch auf der anderen Seite von großer Armut betroffen.
Viele Menschen leiden auch unter der weitverbreiteten Gewalt zu Hause und auf der Straße. Kriminalität, Bandenüberfälle, Vergewaltigung und Korruption gehören dort zum Alltag. Die Grausamkeit der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram ist weltweit bekannt. Für viele junge Mädchen gehören auch Frühverheiratung und Schwangerschaften zur Realität.
Ein Lichtblick ist die kreative und wirtschaftlich sehr erfolgreiche Kulturszene. „Afrobeats” sind ebenso populär wie die Filmindustrie „Nollywood”.
Die reichen Bodenschätze des Landes sind Segen und Fluch zugleich. Das Ökosystem des Nigerdeltas, Lebensgrundlage für Fischerei ist durch die Erdölförderung zerstört. Die Umweltschäden und der Klimawandel sind für die Menschen oft lebensbedrohlich.
Auf den Dörfern müssen Frauen und Mädchen oft kilometerweit gehen, um Wasser und Holz zu holen, meist auf dem Kopf, wie auf dem Titelbild des Weltgebetstages dargestellt. Da bleibt keine Zeit für die Schule. Mit diesen offensichtlichen Lasten haben Frauen und Mädchen in Nigeria zu kämpfen, andere Lasten bleiben verborgen. Aber ihr Glaube gibt ihnen Kraft und ist ihre Quelle der Hoffnung.
Mit diesem Einblick über Nigeria und das Leben der Frauen und Mädchen dort eröffnete die 1. Vorsitzende Sabine Bäumler den Gottesdienst.
Gemeinsam mit Gerda Köhler führte sie durch ihn. Waltraud Schwab, Brigitte Schwab und Maria Filchner schilderten die Lebensgeschichten von Beatrice, Jato und Blessing.
Beatrice wurde mit 28 Jahren Witwe, sie hat nicht nur ihren Mann, sondern auch ihren Platz in der Gesellschaft verloren.
Jato ist eine christliche Mutter einer 14-jährigen Tochter namens Amina. Die täglich Angst hat und betet, wenn Amina zur Schule geht. Sie betet, dass Amina unversehrt nach Hause kommt. Nicht von Boko Haram entführt und gefangen gehalten wird.
Blessing ist eine Frau, die jeden Tag mit ansehen muss, wie das ganze Land immer tiefer in Armut und Verzweiflung versinkt und die Regierung nichts dagegen unternimmt. Selbst ein Sack Reis, eigentlich ein Grundnahrungsmittel, ist inzwischen für viele Familien ein Luxusgut.
Zwischen den einzelnen Lebensgeschichten wurden Lieder von Frauen aus Nigeria gehört, gemeinsam gebetet und einfach nur still innegehalten.
Bei seinem Segen betonte der Geistliche Beirat Thomas Stohldreier, dass trotz aller Hoffnungslosigkeit die Frauen in Nigeria Kraft in ihrem Glauben finden, Kraft diese schweren Lasten in ihrem Alltag zu tragen. Und der gemeinsame Glaube verbindet die Frauen mit den Frauen auf der ganzen Welt. Sie alle tragen die Lasten gemeinsam.
Nach dem Gottesdienst wurde ein landestypisches Chicken-Curry serviert, welches sehr gekonnt von Brigitte Balk zubereitet wurde. Und es gab noch nigerianische Nachspeisen.
Gemeinsam wurde noch lange gemeinsam zusammengesessen und über das harte Leben der Frauen in Nigeria gesprochen.