Eine Spurensuche in der Gedankenwelt von Jugendlichen und Erwachsenen in der Zeit von 1933-45.
Ganz nah waren die Puppen der beiden Berliner Künstlerinnen Susi Claus und Astrid Endruweit den Besucherinnen und Besuchern des Figurentheaters EINER VON EUCH SEIN am 21. Mai 2026. Auf eigentümliche Weise wirkten die Puppen geradezu lebendig, wenn sie davon erzählten, wie junge Menschen in der Gegenwart von Adolf Hitler euphorisch verzaubert waren und jüdische Kinder sich dafür schämten, nicht mit ihren Klassenkameraden den deutschen Gruß machen zu dürfen, sie einfach nur dabei sein wollten.
Die eindrucksvolle Inszenierung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg widmete sich dem Thema Kindheit und Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus und eröffnete eindrückliche Perspektiven auf gesellschaftliche Mechanismen von Ausgrenzung, Anpassung und Verführung.
Bereits am Vormittag besuchte eine Gruppe von 50 jungen Forstwirt:innen aus Neunburg vorm Wald die Aufführung. Am Abend nahmen weitere 50 Gäste an der öffentlichen Vorstellung teil. Der historische Aufführungsort im ehem. Verwaltungsgebäude des KZ-Steinbruchs verlieh dem Theaterstück eine besondere Intensität.
Im anschließenden Publikumsgespräch zeigte sich die tiefe Ergriffenheit der Zuschauenden. Viele Fragen richteten sich darauf, wie junge Menschen heute auf das Stück reagieren und ob sich aus den dargestellten Entwicklungen Bezüge zur Gegenwart ableiten lassen. Dabei wurde deutlich, dass die Themen Ausgrenzung, gesellschaftlicher Druck und die Verführung durch Gemeinschaftsversprechen auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.