Klenčí pod Čerchovem und Flossenbürg verbindet seit Oktober 2025 eine junge, aber lebendige Partnerschaft. Wie herzlich diese Beziehung inzwischen gewachsen ist, zeigte sich am vergangenen Wochenende beim traditionellen Kulturfestival „Výhledy“ in der tschechischen Partnergemeinde. Der Männergesangverein Flossenbürg (MGV) war eingeladen – und die Sänger ließen sich nicht zweimal bitten. Nachmittags bestiegen Chor und Sängerfrauen den Bus, organisiert vom Verein und begleitet von Bürgermeister Thomas Meiler. Mit im Gepäck: drei frisch gebackene Schmierkuchen, liebevoll kreiert vom Sangesfreund Anton Frauenreuther, um sich am beliebten Wettbewerb um den besten Kuchen zu beteiligen. Die Stimmung im Bus war erwartungsvoll, denn für viele war es der erste Besuch beim großen Kulturfest am Fuße des Čerchov. Das Festival „Výhledy“ gilt als einer der kulturellen Höhepunkte der Region und lockte auch in diesem Jahr viele Besucher aus Böhmen und Bayern nach Klenčí. Die Atmosphäre war locker und das Programm vollgepackt. Die Besucher konnten unter anderem einer Filzerin und einem traditionellen Besenmacher über die Schulter schauen. Auch die Präsentationen chodischer Handwerkskunst – Klöppelspitzen, Keramik, Weberei, Stickerei und die berühmten chodischen Schmierkuchen – gehörten zu den Attraktionen des Tages. Am späten Nachmittag begann das Musik- und Folkloreprogramm, das zahlreiche Gruppen aus der Region auf die Bühne brachte. Aus Schönsee und Marienbad reisten Tanzgruppen an, die mit energiegeladenen Darbietungen das Publikum begeisterten. Dann war der Moment für den MGV Flossenbürg gekommen. Unter der Leitung von Herbert Kraus präsentierte der Chor ein sorgfältig einstudiertes Programm: „Festgesang“, „Pferde zu viere traben“, „Die Gedanken sind frei“, „Elternhaus“ und „Aus der Traube in die Tonne“. Die Moderatorin des Festivals übersetzte die Ankündigungen des jeweiligen Stücks durch Stefan Meiler für das tschechische Publikum, das die Darbietungen mit herzlichem Applaus belohnte. Besonders „Die Gedanken sind frei“ fand spürbar Anklang – ein Lied, das in beiden Ländern eine lange Tradition hat. Ein weiterer Programmpunkt war der traditionelle Wettbewerb um den besten Kuchen. Auch wenn es für die Flossenbürger Schmierkuchen nicht zum ersten Platz reichte, sorgten sie für viel Aufmerksamkeit. Stefan Meiler konnte mit dem 4. Platz noch einen Geldpreis für den MGV mit nach Hause nehmen. Für die Flossenbürger war der Besuch weit mehr als ein Auftritt. Viele nutzten die Gelegenheit, um mit den Gastgebern ins Gespräch zu kommen, Handwerksstände zu besuchen oder regionale Spezialitäten zu probieren. Beim Abschied war man sich einig: Die Partnerschaft zwischen Flossenbürg und Klenčí lebt – und sie wächst mit jedem gemeinsamen Fest ein Stück weiter. Der MGV Flossenbürg hat dazu einen klangvollen Beitrag geleistet.