Etwas ganz Besonderes erlebten die Bewohnerinnen und Bewohner des BRK-Seniorenzentrums Haus Mühlbühl bei einem außergewöhnlichen Nachmittag. Mitarbeiterin Nardos Besemahu brachte ein Stück ihrer äthiopischen Heimat mit in die Einrichtung und veranstaltete eine traditionelle Kaffeezeremonie, wie sie in Äthiopien seit Generationen gepflegt wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner verfolgten den Ablauf mit großem Interesse. Zunächst wurden die grünen Kaffeebohnen vor den Augen der Gäste schonend geröstet. Bereits dabei erfüllte der intensive Kaffeeduft die Umgebung und sorgte für neugierige Blicke. Anschließend wurden die Bohnen von Hand gemahlen und mit heißem Wasser aufgegossen. Besonders beeindruckt waren viele Bewohner davon, dass dieser Vorgang nicht nur einmal, sondern traditionell dreimal durchgeführt wird. Erst nach dem dritten Aufguss gilt die Zeremonie als vollständig. Während des Nachmittags erklärte Nardos Besemahu die einzelnen Schritte und erzählte von den Traditionen ihres Heimatlandes. Die Bewohnerinnen und Bewohner nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen und mehr über das Leben, die Kultur und die Bräuche in Äthiopien zu erfahren. Schnell entwickelte sich ein lebhafter Austausch, bei dem nicht nur über Kaffee gesprochen wurde. Passend zur Zeremonie gab es außerdem frisch gebackenes Brot, das traditionell auf Bananenblättern zubereitet wurde. Dazu wurde eine scharfe Soße gereicht, die von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern neugierig probiert wurde. Für einige war dies eine völlig neue Geschmackserfahrung. Nardos Besemahu ist seit rund einem Jahr im Haus Mühlbühl beschäftigt und wird im September ihre Ausbildung zur Pflegefachhelferin beginnen. Mit viel Engagement und Freude gelang es ihr, den Bewohnerinnen und Bewohnern einen Einblick in ihre Kultur zu geben und gleichzeitig einen abwechslungsreichen Nachmittag zu gestalten. Für die Bewohner war es eine kleine Reise nach Äthiopien - ganz ohne das Haus Mühlbühl verlassen zu müssen.