Das Team des Landeskirchlichen Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern besuchte am 10. Juni im Rahmen eines Betriebsausflugs das Johann-Flierl-Museum in Fürnried. Im Mittelpunkt standen die Lebensgeschichte des Missionars Johann Flierl sowie die enge Verbindung zwischen Museumsarbeit und archivischer Quellenforschung. Begleitet wurde die Gruppe von Gerda Stollner, die durch die Dauerausstellung im ehemaligen Schulhaus führte. Zu den Gästen zählten unter anderem die Leiterin des Landeskirchlichen Archivs, Dr. Alexandra Lutz, sowie ihr Stellvertreter Dr. Daniel Schönwald, der den Ausflug organisiert hatte. Die Ausstellung dokumentiert Leben und Wirken Johann Flierls, der von seiner Oberpfälzer Heimat aus zu einem der bedeutendsten Missionare der Neuendettelsauer Mission wurde und in Australien sowie Papua-Neuguinea wirkte. Grundlage der Ausstellung sind zahlreiche historische Quellen, die über viele Stunden hinweg im Landeskirchlichen Archiv in Nürnberg recherchiert und ausgewertet wurden. Für die Auswahl der Exponate sichteten die Mitarbeitenden umfangreiche Archivbestände. Dazu zählen Flierls Tagebücher, frühe Wörterbücher, zahlreiche Briefe sowie Berichte und Korrespondenzen mit der Missionsanstalt in Neuendettelsau, der Kolonialverwaltung in Berlin und Behörden in Australien und Amerika. Die Führung machte deutlich, wie diese Dokumente dazu beitragen, die Lebensstationen des Missionars nachzuzeichnen und historische Zusammenhänge verständlich zu machen. Nach dem Museumsbesuch führte eine Wanderung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Geburtshaus Johann Flierls im nahegelegenen Buchhof. Die Verbindung von Ausstellung und Originalschauplatz eröffnete zusätzliche Einblicke in die Herkunft und Prägung des Missionars. Den Abschluss des Ausflugs bildete eine gemeinsame Einkehr im Gasthaus Färber in Fürnried. Anschließend setzte die Gruppe ihre Reise in Richtung Sulzbach-Rosenberg und Amberg fort. Der Besuch verdeutlichte eindrucksvoll, wie eng Archivarbeit, historische Forschung und museale Vermittlung zusammenwirken, um das Erbe Johann Flierls für heutige und kommende Generationen lebendig zu erhalten.