Gottesdienst am Sonntag Rogate in der Simultankirche St. Willibald in Fürnried. Prediger war Pfarrer Dr. Emmanuel Kileo, der vom Fuße des Kilimandscharo in Tansania stammt. Nachdem er von 2007 bis 2014 als Austauschpfarrer in Kaufbeuren im Allgäu tätig war, verbrachte er weitere zehn Jahre wieder in Tansania, bevor er vor zwei Jahren nach Deutschland zurückkehrte. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Derzeit arbeitet er bei Mission EineWelt in Neuendettelsau in der Bildungsarbeit. Seine Schwerpunkte sind Dekolonialität, Rassismus und Dialog; das Thema seiner Rogate-Predigt lautete „Vaterunser – global reflektiert“. Dr. Kileo berichtet von seinem Professor: Wenn dieser Sorgen hatte und das Vaterunser gebetet hat, konnte er ruhig schlafen. An Beispielen aus dem Leben von Menschen in Altenheimen verdeutlicht er, dass das Vaterunser auch dann bleit, wenn Demenz eintritt. Dass der Psalm 23 länger bestehen bleibt, spricht er ebenfalls an. Wichtig ist, die Kinder in den Gottesdienst mitzubringen; heute werden diese nicht mehr im Kleinkindalter getauft, sondern sollen selbst entscheiden, ob sie sich später taufen lassen wollen. Dabei soll aber bereits früh das Klavierspielen erlernt und der Sport von klein auf gefördert werden! Kinder müssen im Glauben aufwachsen, nur so wachse der Glaube der Kinder, damit das Vaterunser bis zum Schluss bestehen bleibt, auch wenn im Gehirn ein Durcheinander ist. Aus dem Gedankengut Jesu leite sich, dass reden als Beten mit Gott verstanden wird – authentisch, aus der Mitte des Herzens, nicht perfekt oder künstlich. Jesus spricht von Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung; in weltweiten Spannungen könne das Gebet „Vater unser“ helfen, wenn es ehrlich und nicht heuchlerisch gebetet wird. „Lass das mal sacken“ ist seine Empfehlung. Jesus fordere dazu auf, in die eigene innere Welt zu gehen: „Geh in Dein Kämmerchen“, auch wenn das Zimmer ungeheizt, dunkel oder klein ist. Abschließend wird diskutiert, ob Kirche noch nötig ist. Gebet ist mehr als Worte, es bedeutet auch Erzählen, Singen und gelebtes Wissen. Das Reich Gottes soll hier und heute im Zusammenleben sichtbar werden.