Jubiläen sind unbarmherzig, und wenn man gar 1000 Jahre alt wird, muss man auch ordentlich feiern. Der Weg ist noch lang, und das eröffnet die Möglichkeit, die Feier gründlich vorzubereiten. Für eine wissenschaftliche Stadtgeschichte sind noch viele Daten zu erheben und kartografisch aufzubereiten. Dies ist seit langem die Arbeit des Instituts für vergleichende Städtegeschichte in Münster. Ziel ist die Erstellung eines Amberg-Bandes des Deutschen Historischen Städteatlas bis 2030. Er erscheint sowohl in analoger als auch digitaler Form und enthält eine kurze Stadtgeschichte und zahlreiche teils interaktive Karten, die stadtgeschichtliche Themen wie etwa städtisches Wachstum, Wirtschaftsstruktur oder Umweltfragen in ihrer historischen Entwicklung vor Augen führen. Historiker, Archäologen, Geografen, Kartografen und Informatiker arbeiten dafür mit den städtischen Stellen zusammen. Ergänzt wird das Kartenwerk durch eine Forschungsdatenpublikation (z. B. Geodaten, Kataster) zur Nachnutzung durch städtische Ämter und Institutionen (z. B. für Stadtplanungsvorhaben) und die Forschung.
Am 9. und 10. Juli fanden erstmals gemeinsame Arbeitssitzungen der Münsteraner Arbeitsstelle mit Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden, den Museen, Heimatpflegern und Bearbeitern einzelner Karten statt. Neben einer Vorstellung des Gesamtprojekts wurden bereits erste Ideen zu Themenkarten ausgetauscht und auf ihre Machbarkeit hin diskutiert.
Amberg ist die erste bayerische Stadt mit einer solchen Dokumentation und steht in einer Reihe etwa mit städtischem Weltkulturerbe wie Quedlinburg, Lübeck oder Schwerin, aber auch mit europäischen Städten wie London, Bordeaux, Siena oder Lviv/Lemberg. Die Ergebnisse fließen nicht nur in die Amberger Stadtgeschichte ein, sondern liefern auch Material für übergreifende Fragestellungen zur Städteforschung. Amberg steht damit beispielgebend für deutsche und europäische Städte dieses Zuschnitts. Natürlich als ein gutes Beispiel.