1683 gingen bei Philadelphia 13 deutsche Familien an Land und gründeten als erste deutsche Auswanderungsgruppe die Stadt Germantown. In ihrer Monatsversammlung folgte die Reservistenkameradschaft den Spuren von Auswanderern, die insbesondere in der Folge von zwei Jahrhunderten in der Neuen Welt Geschichte geschrieben haben und in der Vielfältigkeit des „Schmelztiegels“ Amerika eine Rolle spielten.
Nach vorliegenden Chroniken entstanden in Nordamerika bereits 1764 erste „Deutsche Gesellschaften“, die sich zunehmend neu ankommenden Einwanderern wichtige Starthilfe leisteten. Es lagen auch Nachweise vor, nach denen 1775, als der Unabhängigkeitskrieg gegen das englische Mutterland begann, weit über 225 000 Deutsche in den verschiedenen Provinzen lebten und als Erste zu Washingtons Freiheitsarmee strömten, für die der Preuße Friedrich Wilhelm von Steuben als Generalinspekteur die militärischen Grundlagen für den Erfolg des jungen Staatsbundes schuf. Militärisch interessant wurde der Rückblick auf das Wirken weiterer deutschstämmiger Offiziere und Generäle wie Mühlenberg, Kalb, Lutterloh, Blenker, Steinwehr oder Bohlen, die zu den bedeutendsten Führern der amerikanischen Armee zählten: „Zwischen 1861 und 1865 kämpften fast 200 000 Deutsche im amerikanischen Bürgerkrieg.“ Hohen Informationswert hatten Nachweise zu deutschstämmigen Unternehmern und Wissenschaftlern, die nach dem Bürgerkrieg zur wirtschaftlichen und industriellen Expansion beitrugen: Unter Leitung des Rheinländers Heinrich Hilgard entstand die nördliche Transkontinentaleisenbahn, der Bremer Adolf Meier wurde einer der bedeutendsten Eisenbahnbauer des Mittelwestens, der Hannoveraner Claus Spreckel ging als Zuckerkönig in Kalifornien in die Geschichte ein, der Thüringer Johann August Roebling baute die besten Brücken der USA und aus dem Harz stammte Heinrich Steinweg, der den Grundstein legte für die Steinway-Pianowerke. Und als Innenminister räumte Carl Schurz erbarmungslos mit der Korruption in den Behörden auf.