Zahlreiche Gläubige aus der Pfarrei Aschach-Raigering haben an Fronleichnam ihren Glauben öffentlich bekundet und an der Prozession teilgenommen. Vorausgegangen war ein festlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef Raigering, den Kaplan Marvin Schwedler zelebrierte.
Im Mittelpunkt seiner Predigt stand eine tiefere Frage: Warum staunen Menschen oft über kleine Überraschungen des Alltags, während sie sich an die großen Geschenke ihres Lebens längst gewöhnt haben? Schwedler erinnerte daran, dass vieles seinen Wert erst dann offenbare, wenn es fehle – die eigene Gesundheit, vertraute Menschen, die Heimat oder der Glaube. Gerade weil Kirche, Gottesdienst und Eucharistie für viele selbstverständlich geworden seien, drohe die Gefahr, ihre eigentliche Größe zu übersehen. Fronleichnam sei deshalb eine Einladung, neu über das Wunder der Gegenwart Gottes nachzu-denken. Mit der Prozession werde sichtbar, dass Gott nicht nur in der Kirche gegenwärtig sein wolle, sondern mitten im Alltag der Menschen – in ihren Familien, ihrem Beruf, ihren Sorgen und Hoffnungen. An den drei liebevoll gestalteten Segensstationen wurde für die Anliegen der Kirche, der Gesellschaft und der Menschen vor Ort gebetet. Die örtlichen Vereine beteiligten sich mit ihren Fahnenabordnungen, ebenso begleiteten zahlreiche Erstkommunionkinder, eine große Schar von Ministrantinnen und Ministranten sowie viele Gläubige den eucharistischen Herrn durch die Straßen von Raigering. Besonders die letzte Station griff aktuelle Anliegen der Ortschaften auf. Die Fürbitten wurden dabei von politisch gewählten Vertretern vorgetragen. Christina Püschl, Dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Freudenberg und der Raigeringer Stadtrat Daniel Müller beteten stellvertretend für die Menschen in den Dörfern und Ortsteilen und baten um Gottes Segen für das gesellschaftliche Miteinander.