Der VdK hat sich mit seinem Themenblock die Rente in den Blick genommen und am Montag, den 19.01.2026 zu einem Vortrag eingeladen. Franz Häring, ehrenamtlicher Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung in Tirschenreuth, stellte das Thema im Vereinslokal des Oberpfälzer Waldvereines vor.
„Ich will eine Lanze für die gesetzliche Rentenversicherung brechen“, so begann der Referent. Die Rente betrifft einen großen Teil der Menschen, die einen, weil sie als Arbeitnehmer und Unternehmer Beiträge dafür abführen müssen und andere, die die Rente nach einem oft langen Arbeitsleben erhalten. Es ist eben ein Generationenvertrag.
Die herausgegriffenen Aspekte waren Rentenbeiträge (derzeit 18,6 %), Rentenhöhe, Hinterbliebenenrente, Aktivrente sowie die Mütterrente. Besonders knifflig sind Fragen zur Rente bei Pflege eines Pflegebedürftigen und bei Minijobs.
Die Mütterrente III ist beschlossene Sache. Es geht um die Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren und erzogen haben. Sie soll 2027 in Kraft treten, die Auszahlung soll aber erst ab 2028 erfolgen. Pro Kind sind durch die Mütterrente insgesamt ca. 120 € mehr an Rente zu erwarten.
Ohne diese Mütter gäbe es heute viele Rentenzahler gar nicht. Sie ist somit mehr als gerecht.
Die Aktivrente soll Anreize schaffen, auch nach dem Eintritt in die gesetzliche Rente freiwillig aktiv im Berufsleben zu bleiben – und unter anderem so dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Bis zu 2.000 Euro im Monat aus dem dadurch erzielten Erwerbseinkommen sollen dann steuerfrei bleiben.
Sehr emotional wurde die Diskussion immer wieder. Dabei hatte der Referent immer wieder Mühe, Falschaussagen zu entzaubern und konnte bei konkreten Nachfragen zu speziellen Fragen mit großem Sachverstand überzeugen.
So wurde die Rente in Deutschland mit den Renten im europäischen Ausland verglichen – und die Leistungen in Deutschland vielfach als sehr niedrig bezeichnet, insbesondere für Geringverdiener. Auch wurde wiederholt – nach Meinung einiger Anwesenden - die unangemessene Besserstellung der Pensionsbezieher angegriffen. Der Referent wies noch auf andere Sozialhilfeansprüche, wie Grundsicherung oder Wohngeld hin, betonte, dass er dazu keine kompetenten Aussagen treffen kann.
Bei komplexen Verhältnissen ist eine konkrete Beratung dringend empfohlen, um keine Ansprüche zu verschenken. Abschließend bedankte sich der Referent über das engagierte diskutieren des Themas. Die Rente, eingeführt von Bismarck, ist ein stabiles System, welches auch immer wieder anzupassen ist. Auch in Zeiten, in denen die Boomer in Rente gehen, was zu einer „vorübergehenden“ stärkeren Belastung führen wird, bleibt die gesetzliche Rente über die Jahre stabil und unverzichtbar.