„Dolmetscher gesucht – Was uns Bäume erzählen können.“ Das Thema „Wald und Wiese“ ziert nicht nur als Kopfleiste das Jahresprogramm 2026 des Obst- und Gartenbauvereins. Beim Faschingszug bereicherten die Mädchen des Vereins als „Waldfeen“ beifallumtost das närrische Geschehen. Mit der „Forderung Dolmetscher gesucht“ wandte sich bei der Valentinsfeier Maria Treiber an eine erneut muntere Gemeinschaft. Die Gartenfachberaterin des Landkreises ging der Frage nach „Was uns Bäume erzählen können.“
„Seit Jahren rauscht es im Blätterwald und niemand hört zu“. Mit dieser Klage stieg sie ein in die geschätzt 200 Millionen Jahre alte Geschichte der Bäume und sah im keltischen Baumhoroskop einen Nachweis dafür, dass Bäume für den Menschen schon immer wichtig waren und Eibe, Linde, Birke und Esche zu den vier heiligsten Bäumen gehörten. Im Mittelalter sah sie gar ein „hölzernes Zeitalter“ und beleuchtete mit großen Schritten die Geschichte der Forstwirtschaft.
Zu der Fülle von Informationen, mit denen sie die Gartlergemeinschaft überraschte, zählte auch die Aussage: „Seit einigen Jahrzehnten ist in der Pflanzenphysiologie bekannt, dass Pflanzen Geräusche produzieren. Zu einem großen Teil haben diese Geräusche hydraulischen Ursprung, hängen also mit der Zirkulation des Wassers im Zuge der Pflanzentranspiration zusammen.“ Sie erkannte damit ein permanentes Sprechen der Bäume, für das menschliche Ohr kaum wahrnehmbare Geräusche, vergleichbar mit einem Knacken oder Knistern.“ Mit der Nachricht „die Bäume wachsen nachts“ lüftete Treiber ein Geheimnis des Wachstums und versicherte: „Die erwähnten Geräusche verraten uns viel über den Zustand eines Baumes, etwa bei Trockenstress oder Schädlingsbefall.“ Die Wurzeln brachte sie in Verbindung mit Pilzwachstum und brachte den Grünastabwurf in Verbindung mit Sommertrockenheit. Die herbstliche Rotfärbung der Blätter verglich sie mit einem Wintermantel. Bei ihrer Baumwanderung machte Treiber auch Station bei Salzschäden, Herbstblühen, Photosynthese und beim Verdampfen von Wasser, kam zu dem Schluss „sie tun viel für uns ohne Rechnung“ und rief dazu auf: „Gönnen sie sich ein bewusstes Waldbaden!“