Die letzten Druckvorführungen für Schulen in der Historischen Druckerei Seidel sind vor den Pfingstferien zum Abschluss gekommen. In diesem Jahr haben etwa 580 Kinder daran teilgenommen. Seit 13 Jahren erklärt Setzer und Drucker Helmut Spies den Klassen verschiedener Schulen und Kindergärten aus dem Landkreis wie Buchdruck funktioniert, wie zunächst die Lettern aus den Setzkästen in den Winkelhaken gelegt werden, Bilder, d.h. Kupfer- oder Stahlstiche dazu gesetzt werden können, die Druckerfarbe über die Druckform gerollt wird, Papier in die alte Druckmaschine gelegt und schließlich die Maschine in Gang gesetzt wird. Die alte „Heidelberger Tiegel“ aus dem Jahr 1956 tut immer noch gute Dienste und zeigt den Kindern, dass es andere Möglichkeiten der Informationsverbreitung auf Papier gibt, als das heimische Notebook und der Printer.
Helmut Spies, seit 3 Jahren unterstützt von Sonja Kurz, hat von 1963 bis 1966 seine Lehre in der J.E.v.Seidel-Druckerei absolviert und war dort bis 1975 als Setzer und Drucker tätig. Für ihn also ein Heimspiel.
Seit 2013 werden im Rahmen des „Tag des Buches“ Druckvorführungen für Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Organisiert vom Trägerverein Historische Druckerei J.E.v.Seidel e.V. und der Buchhandlung Dorner nehmen jährlich etwa 400 bis 600 Schülerinnen und Schüler aus ca.15 Schulen teil. Die Klassen werden in Gruppen aufgeteilt und während die eine Gruppe den Ausführungen von Helmut Spies in der Druckerei folgt, erfährt die andere Gruppe in der Buchhandlung von Buchhändlerin Adele Herrmann etwas über die Geschichte des Buchdrucks. Für viele Schulen im Landkreis ist der „Tag des Buches“ fester Bestandteil im Jahresprogramm. In der Historischen Druckerei wird er lebendig.