„Zum Jammern glangt's no ned!” – Fonse Doppelhammer im Seidelsaal
Mit seinem zweiten Programm „Zum Jammern glangt's no ned!” gastierte Fonse Doppelhammer am 2. Oktober im gut besuchten Seidelsaal in Sulzbach-Rosenberg. Der Straubinger, der bereits im Vorprogramm von Monika Gruber aufgetreten ist, setzt dabei auf eine bewährte Mischung aus bayerischem Dialekt, alltäglichen Missgeschicken und Beobachtungen aus dem ganz normalen Leben. Von der Problematik, nur noch die Hälfte zu saufen, über das Verhältnis der Geschlechter bis hin zu Viagra und Schönheitsoperationen: Doppelhammer nahm eine überschaubare Welt zünftig auf die Schippe. Große gesellschaftliche Analysen oder politische Seitenhiebe sind dabei nicht sein Anspruch. Sein Metier ist vielmehr die derbe Pointe, die Zote und der Gag, beide gerne gut abgehangen. Das Publikum bezog der Kabarettist immer wieder in seine Vorstellung ein. Die Stimmung im Saal war entsprechend gut. Wer sich darauf einließ, konnte sich bisweilen auf eine kleine Zeitreise an einen bayerischen Stammtisch der 1980er-Jahre begeben – inklusive des dazugehörigen Humors. Mit intellektueller Hochkultur wollte Doppelhammer an diesem Abend erkennbar nicht konkurrieren. Im Gegenteil: Sein Scheitern an der Hochkultur erklärte er kurzerhand selbst zum Programm. Ein „Barbar” im Schillerschen Sinne. Damit war der Anspruch geklärt – und zugleich die Richtung des Abends vorgegeben. So blieb am Ende ein Kabarettabend, der weniger durch gesellschaftspolitische Tiefe als durch volkstümlichen Humor und eine gehörige Portion Retro-Charme überzeugte. Einfach nett.