Am Freitag, 23. Oktober, konnte sich Martin Kälberer mit seinem Programm „into the light” über einen ausverkauften Seidelsaal freuen. Obwohl das Konzert krankheitsbedingt verschoben werden musste und die Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg ihr Publikum anlässlich des 70-jährigen Jubiläums die ganze Woche über mit Musikveranstaltungen verwöhnte, blieben Kälberers Fans ihm treu und kamen zuhauf.
Kälberer als Musiker zu beschreiben, ist nicht einfach. Seine Bühne ist vollgestellt mit Instrumenten: vom klassischen Keyboard über Percussion bis hin zu Exoten wie dem Hang, einem Instrument aus der Familie der Handpans, das klanglich an die Steelpan erinnert. Auch ein Instrument, das wie plätscherndes Wasser klingt, hat er dabei. Es sei aus den Samenkapseln eines afrikanischen Baumes gefertigt, dessen Namen ihm allerdings gerade nicht einfalle.
Eine besondere Rolle spielt der Looper, ein Effektgerät, mit dem sich kurze musikalische Phrasen aufnehmen und in einer Endlosschleife wiedergeben lassen. Kälberer beginnt seine Stücke häufig mit Klavierklängen, speichert einige Töne im Looper und lässt sie wieder und wieder erklingen. Nach und nach kommen Schlagwerk, Melodika und weitere Klangelemente hinzu. So baut er seine Kompositionen Schicht für Schicht auf und verwebt die einzelnen Elemente zu einem vielschichtigen Klangteppich, der häufig sphärische Weiten eröffnet.
Dabei geht es weniger um eingängige Melodien als um Stimmungen und Klangräume, in die der Musiker sein Publikum einlädt. Seine Musik bewegt sich zwischen freien Klangexperimenten, jazzigen Anklängen und gelegentlichen Hippie-Assoziationen. Manche Passagen laden eher dazu ein, sich entspannt treiben zu lassen, als der Musik konzentriert zu folgen.
Kälberer versteht sich dabei nicht nur als Musiker, sondern auch als Klangforscher, der mit großer Freude an seinen Instrumenten und technischen Möglichkeiten tüftelt. Seine eigene Bezeichnung dafür: „eine schöne Bastelarbeit”.