Mitten im Publikum sitzen die vier Musiker von Django 3000, nicht abgehoben oben auf der Bühne. So bieten sie ihren Fans im ausverkauften Seidelsaal das Musikerlebnis hautnah. Und schon das erste Lied trifft die Besucher mitten ins Herz, und die ersten fangen an mitzusingen. Das ist gar nicht so schwer, wie Gitarrist Kamil Müller humorvoll erklärt. Denn die meisten Lieder haben „internationale Django-Refrains“, also „Nanananana“ oder „Lalalala“. Deshalb machen auch die Leute begeistert mit, die noch wenig Django-Erfahrung haben.
Mit alten Hits, aber auch Liedern vom aktuellen Album „Amore Mio Ciao“ bringen die Chiemgauer den Saal zum Kochen. „Neis Lem“, „Gruaß ans oide Lem“, „Ochadoi“ verbinden mit geballter Energie Volksmusik, Balkan, Orient und alles dazwischen. Kamils suggestiver Gesang, Florian Starflingers wunderbar dynamische Geige, der kraftvolle Kontrabass von Neu-Django Darko Peranovic und das unverwechselbare Schlagzeug von Jojo Vogt gehen in die Beine. Erst wippen nur die Füße, nach der Pause tanzen einige Frauen im Hintergrund, schließlich hält es keinen Besucher mehr auf dem Stuhl und alle wiegen sich im mitreißenden Rhythmus. Da tanzt Darko mit seinem Bass, Jojo zaubert auf den Becken, die Geige jubelt und seufzt, die Gitarre peitscht alle auf. Großartig!
Die meisten Lieder sind im oberbayerischen Dialekt, aber „Tancuj a Vykrucaj“ hat Kamil in seiner Muttersprache geschrieben, auf Slowakisch. Auch das funktioniert, das Publikum ist begeistert. Zum Abschluss gibt es „Heidi“, mit stürmischem Applaus fordern die Besucher noch zwei Zugaben. Mit „Heimat“, erklärt Kamil, setzt sich die Band für Frieden und Freiheit ein. Am Anfang sind alle ganz still und lauschen dem ruhigen, eindringlichen Lied, aber dann singen alle mit. Ein bewegender Abschluss.
Wer keine Karten mehr bekommen hat oder noch einmal ein fantastisches Konzert mit Django 3000 erleben will, sollte sich den 30. April und 1. Mai 2027 vormerken. Dann kommen die vier Jungs wieder in den Seidelsaal.