die interessierten Teilnehmer mit Christina Zapf (ganz rechts) und Cornelia Stahl (hinten zweite von rechts) (Bild: Uwe Muckenschnabel)

Eintauchen in die historische Vergangenheit Tirschenreuths

Eine besondere Führung zurück in die Zeitgeschichte Tirschenreuths anfangs des Zwanzigsten Jahrhunderts durften Mitglieder des Tourismus- und Kulturvereins Wiesau erleben. Voller Erwartung traf man sich an der Granitsäule „eiserne Hand“ an der Ecke St.Peter/Friedhofstraße, wo man von den versierten Gästeführerinnen Cornelia Stahl und Christina Zapf herzlich begrüßt wurde. Nach der Aufklärung über das Zustandekommens dieses kleinen Denkmals führte ein kurzer Weg direkt in den Garten des städtischen Kindergartens „Kunterbunt“. Total überrascht stand man plötzlich vor einer Theaterkulisse, in der es um die gebührliche Einstellung eines Totengräbers ging. Die Episoden einer dazukommenden „Dorfratschn“ regte alle Lachmuskeln an. Das weitere Ziel - vorbei am kleinen St.Peterkirchlein - war ein Pascherweg , wo eine Schmuggelszene gezeigt wurde - durch unsere Grenznähe ja ein bedeutendes Geschehen. Im Bereich des Missionshauses und der Kirche St. Peter erfuhr man von den kompetenten Gästeführerinnen Stahl und Zapf viel über das Ansiedeln und Wirken der Steyler Missionare im letzten Jahrhundert. Weiter im großen Garten wartete dann schon das herzerfrischende Theaterensemble des MTT mit einem spielerischen Rückblick in die Porzellangeschichte der Stadt Tirschenreuth . Eine besondere Überraschung war am Schluss in den leeren Räumen der Gärtnerei Helgert vorgesehen. Man fühlte sich sofort in ein Dorfwirtshaus in alter Zeit versetzt, wo ein pfiffiger, schlauer Wirt und Metzger seinem Berufsstand alle Ehre machte (hervorragend gespielt von Reiner Summer, Lisa Schedl, Georg Schirmer und Karl Jäger). Stilecht in allen Szenen auch die Kostümierung aus der damaligen Zeit. Größtes Lob und Anerkennung natürlich an alle Beteiligten, besonders auch der Autorin und Regisseurin Marianne Stangl und Renate Faltenbacher für die Erarbeitung der Episoden. Danke auch nochmal an die beiden kompetenten Gästeführerinnen für die vielen interessanten Infos.
Förster Wolfgang Pröls vermittelte immer wieder spezielles Fachwissen (Bild: Gabi Ernst)

Tuk Wiesau begibt sich auf Walderkundungstour!

Auftakt der diesjährigen Radlsaison des Tourismus- und Kulturvereins Wiesau war im Juni eine Exkursion in das Naturschutzgebiet Waldnaabaue. Unter der kompetenten Führung von Förster Wolfgang Pröls ( Bay. Staatsforsten) erkundeten die gut 20 Teilnehmer auf dem Großensterzer Rundweg den Wald und seine Bedeutung. Die fachkundigen Erklärungen begannen mit einem Rückblick in die Geschichte der Wälder vor über tausend Jahren, wo der Wald die lebensnotwendigen Energien für die Menschen und die Wirtschaft lieferte. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Aufgaben der Waldbewirtschaftung aber erheblich verändert. Aufgrund der Klimaveränderung gibt es statt der Nadelhölzer eine Entwicklung zum Misch- oder Laubwald. Die Bayerischen Staatsforsten verfolgen heute eine integrative Waldbewirtschaftung, in der ökonomische, soziale und ökologische Ziele gleichermaßen berücksichtigt werden. Das heißt: Der Nutz-, Schutz- und Erholungsfaktor sollen gleichrangig erfüllt werden. Nachdem man früher allein auf die Wirtschaftlichkeit geschaut hatte, legt man heute auch Schutzgebiete und Moore zur Erhaltung von Biodiversität und Lebensräumen. an. Weiteres Ziel ist auch der Vogel- und Insektenschutz (Totholzbäume), sowie geeignete Schutzräume z. B. für Reptilien (Kreuzotter!) und Ameisen zu schaffen. Besonders im Fokus stehen auch Maßnahmen gegen das Insektensterben. Mit der Anlage von Blühstreifen und Wiesen werden Lebensräume für Bienen, Vögel und andere Tiere geschaffen. Große Bedeutung hat natürlich auch der Gesundheits- und Erholungswert unserer Wälder, darum wird für den Freizeitwert - wie Walderlebnispfade – viel investiert. Unser Wald - ein Gesundbrunnen für jede Jahreszeit. Neben soviel neuem Wissenswertem war dieser Ausflug Erholung und Entspannung für Körper Geist und Seele.
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