Aureliano Zattoni, Iris Meier und Alber Hubert, woraus sich „Aurial“ ableitet auf der Aussenanlage der Waldkapelle.<br><br> (Bild: Herbert Ziegler)

Zwischen San Siro und Napoli – ein italienischer Abend an der Heinersreuther Waldkapelle

Sängerin Iris Meier, begleitet von Aureliano Zattoni am Klavier und Albert Hubert mit der Geige, entführte ihr Publikum in die italienische Gefühlswelt. Iris Meier erzählte zwischen den gänzlich in italienischer Sprache vorgetragenen Liedern über die Zusammenhänge und Hintergründe der Musikstücke. Das schon „unvermeidliche O sole mio“ einer jeden solcher Veranstaltung bildete den Anfang und zugleich nochmal die Zugabe am Ende des Abends. Sie erinnere sich gerne an ihre Studienzeit in Mailand und besang dies mit den „Luci a San Siro“, den Lichtern von San Siro. Es ging thematisch sehr viel um Beziehungen und da ist es unvermeidlich, über die Liebe zu sprechen, welches mit „Parlami d’amore“ vorgetragen wurde. Wenn jemand in einer beginnenden Beziehung nicht gleich „mit der Tür ins Haus fallen“ will, sucht man Unterstützung und bittet „sag du es ihr oder ihm“. Bei „Finicoli funicola“ handelt es sich um ein italienisches Volkslied, welches zur Einweihung einer Seilbahn, funivie, am Vesuv entstanden war. Interessanterweise diente die Melodie als Grundlage für den Faschingshit „da liegt ein toter Fisch im Wasser …“. „Santa Lucia“ ist aus Italien nicht wegzudenken und auch hierzulande bekannt. Bei einem ungarischen Instrumentalstück griff auch Iris Meier zu ihrem Streichinstrument. Da man sich hier bei der Waldkapelle befinde, so Iris Meier, wies sie auf die verschiedenen Varianten von „Ave Maria“ als herzergreifende und friedliche Melodie hin, welche zu Trauerfeiern ebenso wie bei Hochzeiten intoniert wird. In Italien sei die „Mama“ das Herzstück einer jeden Familie, aber der Unterschied vom Lied in der deutschen Fassung, wo das Kind die Mama verlässt, kommt es in Italien zur „Mama“ zurück. Italien wurde im 19. Jahrhundert von den Habsburgern beherrscht und mit dem Streben nach Freiheit entstand u. a. auch eine Oper mit dem Lied „Gefangenenchor von Nabucco“, welches in Italien jedem bekannt ist. Im Inhalt des finalen Liedes bzw. der Zugabe „O sole mio“ wird die persönliche Sonne beschrieben, welche einem gegenübersteht. Nach dem finalen Sonnenschein klang der stimmungsvolle Abend mit den Interpreten und dem restlos zufriedenen Publikum bei verschiedenerlei Getränken aus.
Vorstand Manfred Schaller, daneben die „geborenen Mitglieder“ Pater Samuel Patton und Bürgermeister Ewald Plössner. (Bild: Herbert Ziegler)

Kapellenverein Heinersreuth mit Jahresrückblick und Gedanken an die Zukunft

Das Kirchenjahr in der Heinersreuther Waldkapelle beginnt im Frühjahr mit dem Bittgang der Thurndorfer Gläubigen zum ersten Gottesdienst der Saison. Vorsitzender Manfred Schaller musste in seinem Bericht jedoch auf andere ungebetene Besucher zu sprechen kommen. Bei einer ganzen Reihe von Einbrüchen in Kirchen und Kapellen wurde auch die Waldkapelle heimgesucht, aber das Eingangsgitter konnte dabei nicht überwunden werden. Die Eingangstür wurde massiv beschädigt und ein Regenfallrohr wurde unbrauchbar gemacht, in dem Glauben, es handele sich um Kupfer. Die Tür und die Dachrinne konnten im vergangenen Herbst wieder gerichtet werden. Dazwischen spielte sich in den Sommermonaten das gewohnte Programm ab. Jeden zweiten Mittwoch fand im Wechsel mit der Kalvarienbergkapelle ein Wochengottesdienst statt. Einen besonderen Zuspruch erfuhr auch das Patronatsfest, welches mit den Zelebranten Pfarrer Norbert Förster aus Pegnitz, Erzbischof emer. Ludwig Schick und Domkapitular Martin Emge gleich drei namhafte Zelebranten erfahren durfte. Letzterer ist auch zugleich ein Initiator des fränkischen Marienweges, in dem die Waldkapelle integriert ist. Mariä Himmelfahrt ist neben dem Patrozinium der wichtigste Feiertag, im Zuge dessen auch eine große Anzahl von Kräuterbuschen zum Mitnehmen angeboten werden konnte. Jahr in der Waldkapelle endet mit der Adventsandacht, anschließend konnten die Besucher Glühwein und weihnachtliches Gebäck genießen. Irmgard Schaller konnte in ihrem Kassenbericht bei den wesentlichen Einnahmen verweisen auf Spenden, Mitgliedsbeiträge und den anteiligen Erlös aus dem weltlichen Teil des Patronatsfestes. Kalenderaktion, Kräuterbuschen und Palmkränzchen sowie Spenden sind ebenfalls erwähnenswerte Posten. Nur in diesem Jahr kommt die Erstattung des Versicherungsschadens hinzu, welcher aber bei der Erstattung der Handwerkerrechnungen auf die Ausgabenseite wanderte. Zu dieser zählen auch die Kosten einer mobilen WC-Anlage, Teile für eine Überwachungsanlage, die Gebäudeversicherung. Zudem wurden aus den verschiedenen Erlösen auch Spenden weitergeleitet an Hilfe für Anja, Kinderkrebshilfe und Kindermission. Bei Gegenüberstellung aller Einnahmen und Ausgaben konnte ein leichter Überschuss verzeichnet werden. Reinhard Schmidt konnte aufgrund der vorgefundenen, fehlerfreien Unterlagen die Entlastung der Vorstandschaft vorschlagen. Bürgermeister Ewald Plössner übernahm die Leitung der Neuwahlen, bei denen die beiden Vorstände Manfred Schaller und Reinhold Ziegler per Handzeichen bestätigt wurden. Ebenso war es bei der Kassen- und Schriftführung mit Irmgard Schaller und Rosi Stopfer. Bei der Kassenprüfung verblieb es wie bisher. Neu als Beisitzer wurde Markus Helldörfer ins Gremium gewählt. Der jeweilige Bürgermeister sowie der zuständige Pfarrer sind automatisch im Gremium des Kapellenvereins. Pater Samuel sagte in seinem Grußwort, jeder Mensch solle seine Talente auch für die Allgemeinheit und die Kirche einsetzen. Der Kapellenverein sei eine „Art Kirchenverwaltung“, der sich um alles kümmere, und sei eine Bereicherung für die Pfarrei. Zudem gilt im Erzbistum jetzt eine Regelung, dass überall, wo Kapellen sind, auch das Sakrament der Taufe gespendet werden kann. Das gute Miteinander möge weitergehen, auch mit der politischen Gemeinde. Bürgermeister Ewald Plössner dankte dem Kapellenverein für den Erhalt der Waldkapelle, damit auch alle kirchlichen und sonstigen gemeinschaftlichen Aktivitäten stattfinden können. Am Ende der Veranstaltung wurde noch auf die Wichtigkeit eines Kapellenvereins für den Unterhalt der Wallfahrtskirche verwiesen und vereinbart, mehr Aufmerksamkeit auf jüngere Nachfolge in der Vorstandschaft darauf hinzuwirken.
Blick von oben auf die Stände und Besucher (Bild: Herbert Ziegler)

Heinersreuther Dorfweihnacht bei eisigen Temperaturen

Auch in diesem Jahr hieß es wieder Einstimmen auf die Adventszeit in und um die Heinersreuther Feuerwehrhalle. Draußen loderte die Flammen im Feuerkorb und nebenan konnte man sich an einem Ofen aufwärmen und gut unterhalten. Pünktlich zum Zeitpunkt der Dorfweihnacht war Schnee gefallen und die Temperaturen befanden sich buchstäblich im Keller. Doch das tat der Stimmung in der Halle bei Besuchern und Anbietern keinen Abbruch. Tannenbäume und Lampen spendeten festliches Licht und die Stände waren voll mit Geschenkideen für die trotz der Kälte Gekommenen. Adventsfloristik, kreatives aus Holz und Beton, Näharbeiten und Gehäkeltes in vielerlei Variationen waren auf den Tischen ausgebreitet. „Mit Liebe genäht” hieß es oder „Sprechen Sie uns an” war an dem einen oder anderen Stand zu lesen. Auf Platten und Grillrosten wurden frische Crepes, Bratwürste und Burger feilgeboten und lange Warteschlangen zeigten das große Interesse bei den Besuchern an den frisch zubereiteten Speisen. Daneben gab es noch Glühwein und verschiedene andere Getränke, Plätzchen, Marmeladen, Honig, geräucherte Forellen und Käse und vieles mehr. Auch moderne Technik hatte mittlerweile Einzug auf der „Hascharader Dorfweihnacht gehalten. Vielerlei Gegenstände waren mit Lasertechnik beschriftet worden. Es war auch ein Anbieter anwesend, dessen Ware mit dem 3D-Drucker gefertigt worden war. Geboten wurde das Ganze von der Feuerwehr und deren Nachwuchs, dem Kapellenverein und einigen privaten Anbietern vor Ort sowie aus der näheren Umgebung.
Erzbischof emer. Ludwig Schick mit den Ministranten und dem Chor im Hintergrund (Bild: Herbert Ziegler)

Das Patrozinium Maria Heimsuchung in Heinersreuth mit vielen Facetten

Mit dem Hl. Thomas nahmen die festlichen Tage ihren Anfang, gilt doch dieser sprichwörtlich auch als „ungläubiger Thomas“. Doch am Ende kam er doch mit der Feststellung „Mein Herr und mein Gott“ zur finalen Erkenntnis. Mit ihm und den Gedanken im Zusammenhang des Herz-Jesu-Freitag eröffnete Pfarrer Norbert Förster die beiden ersten Tage, musikalisch begleitet vom Thurndorfer Kirchenchor und den Michelfelder „Moilan“. Erzbischof emer. Ludwig Schick war gekommen, um den samstäglichen Familengottesdienst mit den Gläubigen zu feiern, musikalisch begleitet vom Thurndorfer Kinder- und Jugendchor. In seiner Ansprache behandelte er das Fest Maria-Heimsuchung im Zusammenhang auch mit hier und heute. Mit Domkapitular Martin Emge aus Bamberg schloss sich der viertägige festliche Reigen. In seiner Ansprache schilderte er die Begegnung mit der Muttergottes in der Jeanstasche. Darin befindet sich das Gnadenbild von Schönstatt. Die hierbei pilgernde Muttergottes gelangt in einem Kreis von Teilnehmern von einem zum nächsten und wieder zum Ausgangspunkt zurück. Auch Angehörige der Pfarrei Creussen hatten sich wieder zu Fuß in Bewegung gesetzt und den Weg zur Waldkapelle zurückgelegt, um dort ein Pilgeramt zu feiern. Die musikalische Begleitung beim Festgottesdienst mit Martin Emge war durch die Feuerwehrkapelle Thurndorf erfolgt. Den Schlusspunkt der Tage setzte der Chor „Voice of Joy“ aus Bayreuth mit Gospelgesängen. Nach dem aber nicht vergessen worden war, dass Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhält, war in bewährter Manier von der Feuerwehr Heinersreuth und Dorfgemeinschaft am Samstag und Sonntag für eine ordentliche Verpflegung gesorgt worden.
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