Im stimmungsvollen Ambiente des Schulhofes sang die ganze Schulfamilie dem Erasmus-Gymnasium ein Ständchen zum 400. Geburtstag. (Bild: Lorenz von Koenen)

Jubiläumskonzert mit Rekordkulisse

Einen Tag nach dem Festakt zum 400. Geburtstag des Erasmus-Gymnasiums folgte mit dem traditionellen Sommerkonzert das nächste Highlight der Festwoche: Bei bestem Wetter konnte Schulleiterin Daniela von der Weien ein rekordverdächtig großes Publikum im Pausenhof begrüßen. Der Abend, den Emilia Lampe und Sarah Martins-Mayer charmant und informativ moderierten, hielt jede Menge Abwechslung bereit. Das Orchester sowie das Streicher- und das Bläserensemble sorgten mit älteren und jüngeren Melodien für die feierlichen Momente des Konzerts. Die Chöre der Schule transportierten mit ihren Liedern wichtige Botschaften, vor allem die Werte der „Schule mit Herz“: Freundschaft und Gemeinschaft. Eine besonders schöne Idee hatte der Unterstufenchor: Das ansteckend fröhliche „Sarà perché ti amo“ hatten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich in manche ihrer Muttersprachen übersetzt (unter anderem Albanisch und Mandarin); so wurde kulturelle Vielfalt am EG eindrucksvoll hörbar. Dank der vielen leckeren Snacks, die der Elternbeirat vorbereitet hatte, war das Publikum auch in der Pause bestens versorgt. Die Schulband Blesk begeisterte mit der Premiere eines eigenen Songs, und die Lehrerband bewies, welch enormes Talent auch im Kollegium steckt. Eine Besonderheit für das Schuljubiläum hatte sich Musiklehrkraft Christine Uhle ausgedacht: Der eigens formierte Erasmus-Chor mit über 90 aktuellen und ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften sang dem EG mehrere Geburtstagsständchen. Noch voller auf der Bühne wurde es zum Schluss: Alle Musizierenden stimmten zusammen, perfekt inszeniert von Ton- und Lichttechnik, mit Andreas Bouranis „Auf uns“ ein Hoch auf die Schulfamilie an. Nach der traditionellen Zugabe der Schulhymne „Let my light“ dankte Frau von der Weien allen Beteiligten für das denkwürdige Konzert, vor allem aber natürlich der musikalischen Leitung von Christine Uhle und Sebastian Birner – „Thank you for the music!“
Schulleiterin Frau von der Weien und Referentin Frau Markoff hatten Interessantes zum neuen und alten Pompeji zu erzählen. (Bild: Irene Grünauer)

Pompeji in der Aula - ein Abend am Erasmus-Gymnasium macht Geschichte eindrucksvoll erlebbar

Ein leises Grollen, dichte Asche in der Luft – und plötzlich ist alles anders. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Wer am 6. Mai die Aula des Erasmus-Gymnasiums betrat, fand sich nicht mehr in der Gegenwart wieder, sondern mitten in den letzten Stunden von Pompeji. Den Auftakt gestaltete Schulleiterin Frau von der Weien – und zog ihr Publikum sofort in den Bann. Mit eindringlichen Bildern und einer packenden Erzählweise ließ sie den Untergang der antiken Stadt lebendig werden. Immer wieder kamen dabei Stimmen aus der Vergangenheit zu Wort, allen voran Plinius der Jüngere, dessen berühmte Vesuvbriefe bis heute zu den wichtigsten Quellen über die Katastrophe zählen. Doch der Blick blieb nicht in der Antike stehen. Auch die moderne Forschung fand ihren Platz: Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der Flucht eines Mannes vor Asche, Lavaströmen und Lapilliregen – ein Bild, das erstmals mithilfe künstlicher Intelligenz rekonstruiert wurde. Unter der Leitung von Gabriel Zuchtriegel gelang es dem Forschungsteam, die letzten Momente eines Menschen auf beklemmend realistische Weise sichtbar zu machen. Im Anschluss übernahm Renate Markoff das Wort. Die ehemalige Referentin für Alte Sprachen an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen und leidenschaftliche Pompeji-Expertin führt ihr Publikum regelmäßig direkt vor Ort durch neue Ausgrabungen – und genau diese Erfahrung war ihrem Vortrag anzumerken. Zunächst richtete sie den Blick auf „Nuova Pompei“, das heutige Pompeji, eine lebendige Stadt, die keineswegs im Schatten der antiken Ruinen steht. Doch schon bald ging es zurück in die Vergangenheit: Mit einem bildgewaltigen Trailer und einer anschaulichen Karte nahm Frau Markoff die Gäste mit auf einen Rundgang durch das antike Pompeji. Vor den Augen des Publikums entstand ein lebendiges Bild der Stadt: kunstvolle Fresken wie die „Venus in der Muschel“, das Amphitheater – älter als das Kolosseum in Rom – und eine Großbäckerei, in der Equiden, pferdeartige Tiere, die Mühlsteine bewegten. Für besonders bewegende Momente sorgten „I calchi di Pompei“, die Gipsabdrücke von Menschen und Tieren, eingefroren im Moment ihres Todes. Geschichte, die unter die Haut geht. Zum Abschluss stellte Frau Markoff die wunderschönen Gärten Pompejis vor. Antike Speisen rundeten den Abend ab – darunter die erste „Pizza“, belegt mit Granatapfelkernen, Datteln, Kräutern und einer Art Pesto. Ein Abend, der zeigte: Geschichte ist nicht nur Vergangenheit – sie kann lebendig werden
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