Etwa 1000 Mitglieder vertritt der ver.di Ortsverein Sulzbach-Rosenberg und gehört damit zu den größten Vereinen in den Herzogstadt. In ihrer turnusmäßigen Mitgliederversammlung wählten die Gewerkschafter nun nicht nur einen neuen Vorstand, sondern beschlossen auch ihre inhaltlichen Schwerpunkte für die kommenden Jahre.
Vier weitere Jahre an die Spitze des Ortsvereins gewählt wurde Stefan Dietl. Einstimmig bestätigten die versammelten Gewerkschafter den 40-jährigen Journalisten als Vorsitzenden. An der Seite Dietls, der zugleich amtierender Vorsitzender des ver.di Bezirks Oberpfalz und Mitglied des bayerischen Landesvorstands ist, stehen 16 Beisitzer aus den verschiedenen Branchen der privaten und öffentlichen Dienstleistungen. Zur stellvertretenden Vorsitzenden des Ortsvereins wurde erneut Petra Schilling gewählt.
Stark machen will sich der ver.di Ortsverein in Zukunft vor allem für die Verringerung von Armut und für soziale Teilhabe in Sulzbach-Rosenberg. „Angesichts eines anhaltenden Preisdrucks, klammer öffentlicher Kassen und immer neue Angriffe auf den Sozialstaat sind es gerade von Armut betroffene oder bedrohte Menschen, die unter die Räder geraten”, beklagt Stefan Dietl und sieht dringenden Handlungsbedarf beim Ausbau der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Wie bereits in der Vergangenheit wollen die Gewerkschaften sich auch weiterhin für eine Stärkung der Demokratie einsetzen. In seinem Rückblick erinnerte Dietl an die beeindruckende Veranstaltung im Rathaus Sulzbach-Rosenberg mit dem Holocaustüberlebenden Ernst Grube zum 80. Jahrestag der Befreiung und an die von ver.di" class="auto-detected-link" target="_blank">ver.di initiierten jährlich stattfindenden Aktionswochen gegen Antisemitismus. „Mit unseren Veranstaltungen zur politischen Bildung, gegen Rassismus und Antisemitismus erreichen wir inzwischen Jahr für Jahr hunderte Menschen, teils weit über die Stadtgrenzen hinaus” bilanziert Stefan Dietl. Dieses Engagement will der neu gewählte Ortsvereinsvorstand auch künftig fortsetzen. Einen Blick auf das Tarifgeschehen warf im Rahmen der Mitgliederversammlung ver.di" class="auto-detected-link" target="_blank">ver.di Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. „Die Tarifauseinandersetzungen der letzten Jahre sind härter geworden, dauern länger und werden von mehr verbalen Attacken begleitet”, erläutert Kathrin Birner und verwies unter anderem auf die Streiks im Großhandel ab 2023 oder im öffentlichen Dienst 2025, die der Ortsverein auch in Sulzbach-Rosenberg unterstützte. „Dabei ist Streiken ein demokratisches Grundrecht, das wir gemeinsam verteidigen müssen. Wenn Arbeitgeber die Krisenkosten alleine auf die Beschäftigten abwälzen wollen, müssen wir uns dem solidarisch entgegenstellen”, betont Birner.