Wie einst in Jericho verbreitete sich in Ebermannsdorf die Nachricht: Jesus kommt – diesmal in Form des Musicals „Staunende Augen“ in der Bruder-Konrad-Kirche Ebermannsdorf.
Schon der Einzug der 90 darstellenden und singenden Kinder wurde von Applaus begleitet. Jedes Kind nahm zielstrebig seinen Platz auf der Tribüne oder im Kirchenraum ein, „Bartimäus“, der Blinde, saß mittig, aber unbeachtet auf dem geschäftig wirkenden Marktplatz.
Und dann begannen die Kinder zu singen. Das Publikum hielt fasziniert den Atem an und war von der ersten Sekunde an gefesselt von dem Gesang, den kräftigen, klaren Kinderstimmen, der musikalischen Begleitung aus dem Hintergrund. Die ganze Geschichte vom blinden Bettler Bartimäus, der noch nie die Farben des Regenbogens gesehen hat, wurde erzählt mit Liedern vom Kinderchor, der den Text mit Gesten unterstrich, dazwischen einzelne Solo-Sängerinnen und natürlich dem „blinden Bettler“. Mit ihrer klaren und berührenden Stimme las Helena Dettmann zwischen den Chorälen die Geschichte.
Dann schenkt Jesus Bartimäus sein Augenlicht wieder und plötzlich sieht der Bettler die ganze Farbenpracht, die sich vor ihm ausbreitet. Das Schwarz ist verschwunden und alle Mitwirkenden leuchten in den Farben des Regenbogens, die ganze Kirche erstrahlt in bunten Farben.
Mit stehenden Ovationen bedankte sich das begeisterte Publikum für die wunderschöne Musical-Darstellung. GR Kathrin Blödt dankte ihrem großen Team, das zum großartigen Gelingen der Vorstellung beigetragen hat. Pfarrer Sagai fand starke Worte der Dankbarkeit und Freude. Die Geschichte des Bartimäus habe nicht nur bewegt, sondern auch neu zum Staunen und Nachdenken gebracht.
Für die Musical-Vorstellung „Staunende Augen“ wurde kein Eintritt verlangt, durfte jedoch mit Spenden den Verein „Friends4friends“ aus Regensburg unterstützen. Andrea Rössler stellte den Verein zu Beginn vor. Sie berichtete von den vielen Kindern und Jugendlichen, die in Projekthäusern in Uganda und Namibia mit den Spendengeldern begleitet und gefördert werden. Zum einen durch die Sicherstellung von Bildung, zum anderen durch medizinische Versorgung.
Während die jungen Hauptakteure des Abends nach der gelungenen Vorstellung begeistert das reich bestückte Büffet im Pfarrsaal plünderten, überreichte Kathrin Blödt an Andrea Rössler die vielen Scheine aus den prall gefüllten Spendenkörben. Sie zeigte sich dankbar und wird damit auch in Afrika für staunende Augen sorgen.