Ein szenisches Haushaltsbuch einer armutsgefährdeten Familie Schullaufführung der Mittelschule Waldsassen am Freitag, den 22.05.2026, gefördert von “Demokratie Leben!”

Das gesellschaftliche Thema Armut wird auch weiterhin kontrovers diskutiert. Doch was sagen Kinder und Jugendliche zu diesem Thema? Hat das liebe Geld in ihrem Leben eine Bedeutung? Für was würden sie Geld ausgeben, wenn sie genug davon hätten? Jugendliche der Schultheatergruppe und der Nordkurve Kulturförderverein e.V. lassen Kinder und Jugendliche mit dem Theaterstück „Pleitegeier“ selbst zu Wort kommen, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit auf das Ergebnis lenken.

Armut und die damit oft verbundene Kinderarmut ist zu einem häufig diskutierten Thema in unserer Gesellschaft geworden. Die fortschreitende Urbanisierung kann zu einer weiteren Benachteiligung gerade dieser Kinder führen, wenn wir keine kreativen Lösungen im Umgang mit sozialen Unterschieden finden.
Durch Interaktion sensibilisiert das Theaterstück „Pleitegeier“ und gibt viele Anregungen, kreative Lösungen zu finden. Das Publikum sieht in zahlreichen beispielhaften Szenen, mit welchen alltäglichen finanziellen Problemen die Hauptfigur Lisa und ihre Familie konfrontiert sind.


Dabei wird deutlich, was es für Kinder bedeutet, arm zu sein: Nicht dazuzugehören, verhöhnt und verachtet zu werden und Empfänger von Mitleid zu sein, für das man gefälligst dankbar zu sein hat.

Um das sehr knappe Budget der Familie zu verdeutlichen, steht ein Kugelsystem auf der Bühne. Die Kugeln stehen für den Regelsatz, die Lisas Mama monatlich für sie zur Verfügung hat. Nach jeder Szene entscheidet das Publikum, wie viel Geld wofür ausgegeben wird. Für jede zehn Euro, die ausgegeben werden, wandert eine Kugel von links nach rechts. Das Stück nimmt am Ende eine Wendung und zeigt auf, wie man mit wenigen Mitteln, viel Kreativität und einer starken Gemeinschaft Lösungen finden kann.

Die Schulfamilie ist sowohl eine Wertegemeinschaft als auch eine Solidargemeinschaft. Betroffene erhalten von Kommunen eine bereitgestellte Grundversorgung und Teilhabeangebote, darüber hinaus ist Akzeptanz gerade bei Kindern und Jugendlichen angebracht. Niemand sollte sich für seine Situation schämen müssen. Neben der Grundsicherung ist es uns wichtig, betroffene Kinder und Jugendliche emotional zu unterstützen, aber ohne sie dabei zu stigmatisieren. Hier setzt das Präventionsprojekt an, damit Mobbing und andere Ausgrenzungstendenzen zwischen Gleichaltrige eingedämmt werden, oder im besten Fall gar nicht erst entstehen.
Während dem Stück findet eine Diskussion zwischen dem Publikum und dem Jugendensemble statt. Ausgangspunkt ist die Frage: „Was braucht ein Kind wirklich?“ Dabei ist Geld meist nicht die erste und schon gar nicht einzige Antwort. Sehr häufig werden Spielen, Liebe, Kuscheln, Eltern und Geschwister, Ferien — und sogar Bildung als Glücksbringer genannt.
Durch theaterpädagogisches Erleben finden die Zuschauer einen neuen Zugang zu den Fragen „Was bedeutet Armut für ein Kind und was ist wirklich wichtig im Leben?“.
Durch die interaktive und dadurch sehr intensive und persönliche Auseinandersetzung erlebt das Publikum, wie schwierig es für eine finanziell benachteiligte Familie ist, finanzielle Entscheidungen zu treffen. Die Projektpartner und jungen Schauspielerinnen und Schauspieler geben bewusst keine oberflächlichen Antworten auf die oben gestellten Fragen, sondern sie fordern jeden Einzelnen auf, auf eigene Gedanken zu kommen. Dabei wird klar: Ganz ohne Geld geht es nicht und eine eindeutig richtige Entscheidung gibt es nicht. Die vom Stück angebotene Lösung überrascht aber: „Geld ist nicht alles. Haltet zusammen und lasst euch selbst etwas einfallen!“