Bei Mittwochstreff für alle Generationen im Pfarrheim konnte Martha Hierold mit ihrem Team die Schriftstellerin und Pädagogin Marianne Ach begrüßen. Der kurzweilige Nachmittag stand unter dem Thema: „Grenzen erleben – Grenzen überwinden“. Die literarische Reise führte von der Oberpfalz, über Griechenland bis nach Frankreich. Die Schriftstellerin verdeutlicht in den drei Romanen, dass Menschen trotz verschiedenen Lebensumständen mit denselben Problemen kämpfen und immer wieder Grenzen überwinden müssen. Sie stellte sich als geborene Eslarnerin vor. Mit 13 Jahren hat sie Eslarn verlassen als Internatsschülerin und hat die klösterliche Laufbahn durchgestanden. Zehn Jahre lebte sie als Nonne bei den Dillinger Franziskanerinnen und arbeitete als Kindergärtnerin und Katechetin. Danach hat sie das Kloster verlassen und studierte in München Deutsch und Religion und war dann als Realschullehrerin tätig. Sie lebt in München. 48 Jahre war sie verheiratet. Ihr Mann ist vor zwei Monaten verstorben. Zu den Lesungen führte sie jeweils mit persönlichen Worten ein.
Eingangs las sie aus ihrem ersten Erzählbändchen „Schlimme Wörter“. Diese beziehen sich auf das was sie als 13-jährige erlebte. Diese Erzählung heißt „Ordentliche Menschen“. Dabei lag immer etwas Gewalttätiges in Luft. Sie berichtete wie sie damals ihre Erziehung erlebt hat. Man müsse aus Kindern ordentliche Menschen machen und könne gar nicht früh genug damit anfangen. Dies hieß auch für sie und ihre Schwester in ihrer Kindheit Strenge und Schläge und vieles mehr. Ihre Familie bestand als Frauenhaushalt. Danach las sie Ausschnitte aus ihren Roman „Winterherzen“: Sie sind zu viert, ihre dominante Großmutter, Mutter, ihre Schwester und sie. Die ihre Teller leer essen und immer noch hungern. Die sehnsüchtig aus ihren Fenster raus schauen und das Lachen mit ihren Blicken einfangen. Der Schnee taut, auch die Herzen tauen, auch ihre Winterherzen. Die Wörter sind weich und sanft. Sie war erst zwei Monate alt als ihr Vater im Krieg fiel. Im Roman hat sie ihn immer wieder zum Leben erweckt, denn als Kind wollte sie auch immer einen Vater haben. Ihre Mutter sagte immer nur: „Er war ein braver Mann“. Kinderfreuden waren nur einmal im Jahr als die Seiltänzer kamen.
Marianne Ach las dann aus ihrem Roman „Der Atem deines Landes“. Griechenland wurde für sie und ihren Mann die zweite Heimat. Sie lernten bei ihrem ersten Urlaub einen Griechen kennen mit dem sie sich bestens verstanden ohne dessen Sprache zu sprechen. Deswegen widmete sie diesen Mann „Alekos“ dieses Buch „Ein Grieche und viele Geschichten“. Er trauert immer noch um seinen Bruder der bei einer Segeltour ums leben kam. Als sie ihn einmal fragte, warum er in der Taverne alles bezahle zeigte er ihr einen Geldschein und sagte, steht da mein Name drauf: Nein, also gehört er mir nicht. Für sie war er ein Urgrieche. Alekos nannte sie ein Mythos der gern in Bildern spreche. Er ist kein Heros, aber ein Mensch, der sich selber treu geblieben ist. Weiter las sie aus einer deutsch-griechischen Liebesgeschichte. Er lebte mit seiner Frau erst in Deutschland und kehrte dann in seine Heimat Griechenland zurück. Sie zogen zwei Kinder auf und schufen eine Wohnanlage für Feriengäste. Jedoch hatte die Frau ein Geheimnis. Weiter gab es „Kostproben“ aus ihrem Roman „Dieses schmale Stück Himmel über Paris“. Eine Auszeit in Paris soll Hannah helfen, über ihre Ehe nachzudenken. Kann sie weiterhin ihr Leben mit ihrem psychisch kranken Mann teilen, oder soll sie sich von ihm trennen? Der Aufenthalt in der pulsierenden Stadt, unerwartete Begegnungen mit fremden Menschen und interessante Gespräche halfen ihr dabei, eine Entscheidung zu treffen. Mit großem Applaus wurde der Schriftstellerin Marianne Ach von den Zuhörern gedankt. Frau Ach bemerkte, dass im August ihr 10. Buch erscheinen soll.