Großes Interesse fand die vom Verein Simultankirchenradweg organisierte Radtour rund um Weiden und mitten hinein. Pünktlich um 9 Uhr versammelten sich vierzig Teilnehmer in Ullersricht, um gemeinsam die abwechslungsreiche Strecke zu erkunden.
Die erste Etappe führte die Gruppe über Etzenricht zum Umspannwerk und zur Gaspumpstation. Richard Lehner ermöglichte Einblicke in die Energieinfrastruktur, erläuterte den Süd-Ost-Link, die erneuerte Stromtrasse sowie die geplanten Batteriespeicher, die eine wichtige Rolle für die Zukunft spielen.
In Rothenstadt wartete die ehemalige Simultankirche Bartholomäus auf die Radler. Pfarrer i. R. Hans-Peter Pauckstadt-Künkler teilte lebendige Geschichten und Anekdoten rund um das Gotteshaus, das viele Jahre seine geistliche Heimat war. Auch die Gruftkapelle, das älteste Bauwerk Weidens und zugleich Grabstätte derer zu Sazenhofen, stand im Mittelpunkt der Ausführungen.
Entlang des Flutkanals führte der Radweg Nr. 17 die Gruppe weiter nach Tröglersricht. Reinhold Wildenauer informierte über die Geschichte des Ortes, der bereits im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Besonders beeindruckend war der herrliche Rundblick über Weiden bis hinauf zum Parkstein und nach Neunkirchen – eine wohlverdiente Belohnung für die anspruchsvolle Auffahrt.
Der Weg führte hinab nach Almesbach, vorbei am Staatsgut und schließlich über den idyllischen „Bienenweg” in die Stadt Weiden. Dort empfing Pfarrerin Weber die Radler an der Kirche St. Michael, ebenfalls eine ehemalige Simultankirche. Mit kurzweiliger Führung vermittelte sie Einblicke in die bewegte Geschichte des Gotteshauses und erklärte die bedeutenden Bilder sowie die Herausforderungen des Simultaneums. Ein besonderes Highlight war die Vorführung auf der Max-Reger-Gedächtnisorgel, bei der Dr. Horst Paetzold die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten des Instruments eindrucksvoll präsentierte.
Das nächste Ziel war das alte Rathaus. Stadtarchivarin Petra Vorsatz führte durch die historischen Räume, erläuterte die Außenreliefs, den Sitzungssaal und setzte die Glasfenster kunstvoll ins rechte Licht – ein weiterer kultureller Höhepunkt der Tour.
Nach all den Eindrücken freuten sich alle Teilnehmer auf das vorbestellte Mittagessen, das eine willkommene Rast ermöglichte, um die vielen neuen Informationen und Erlebnisse in Ruhe wirken zu lassen.
Frisch gestärkt meisterten die Radler den Anstieg über Latsch nach Neunkirchen, wo in der ältesten Kirche der Region St. Dionysius, viel Interessantes zu entdecken war. Pfarrer Andreas Ruhs berichtete, dass sich der ursprüngliche Eingang auf der Westseite befand, und die alten Grabplatten an den Wänden erzählten von bedeutenden Persönlichkeiten vergangener Zeiten.
Eine besondere Freude der Veranstalter war die Begleitung durch den ehemaligen katholischen Pfarrer Andreas Schlagenhaufer aus Kohlberg, der mit einem E-Bike Parallel-Tandem und Frau Müller die Gruppe verstärkte.
Den krönenden Abschluss bildete der Aussichtspunkt auf der Anhöhe zwischen Neunkirchen und Malersricht. Von dort aus konnten die Radler noch einmal den herrlichen Rundumblick genießen, bevor es fast wie von selbst hinunter nach Ullersricht ging.
Hier durfte zum Abschluss die gemeinsame Einkehr nicht fehlen, um einen rundum gelungenen Tag in angenehmer Runde ausklingen zu lassen. Die Tour rund um Weiden hat gezeigt, wie reich die Region an Geschichte, Kultur und Naturschönheiten ist – ein Erlebnis, das allen Teilnehmern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.