In einer Atmosphäre der Ruhe und zugleich tiefen Verbundenheit feierte die Pfarrei St. Anna auch in diesem Jahr ihr traditionelles Paschafest. Organisiert von den engagierten Mitgliedern des Pfarrgemeinderates St. Anna und begleitet von Hausvater Pfarrer Markus Ertl, wurde die Feier erneut zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmenden. Wie gewohnt findet das Paschafest am Dienstag der Karwoche statt und lädt dazu ein, die Wurzeln des christlichen Glaubens bewusster zu verstehen. Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an den Auszug der Israeliten aus Ägypten – ein Ereignis, das bis heute als Symbol für Befreiung und Hoffnung gilt.
Die Feier begann mit einer symbolischen Händewaschung, die Reinigung und innere Vorbereitung ausdrückt. Anschließend wurden die traditionellen Speisen gemeinsam erlebt und gedeutet: Grüne Kräuter erinnern an das neue Leben und die Hoffnung, während bittere Kräuter das Leid und die Unterdrückung der Israeliten vergegenwärtigen. Ein besonderes Element ist das süße Mus aus Datteln, Feigen, Rosinen und Nüssen, das an den Lehm erinnert, den die Israeliten in der Gefangenschaft verarbeiten mussten. Salzwasser steht für die Tränen des Volkes, das Mazzenbrot für die Eile des Aufbruchs – ungesäuert und schlicht. Auch das Lamm und der Wein haben ihren festen Platz in der Feier und verweisen auf tief verwurzelte religiöse Bedeutungen, die im christlichen Glauben weitergeführt werden.
Was diesen Abend besonders machte, war nicht nur die sorgfältige Gestaltung der Rituale, sondern vor allem das spürbare Miteinander. Die Feier wurde zu einem persönlichen und zugleich gemeinschaftlichen Erlebnis, das Glauben greifbar machte und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart stärkte. So bleibt das Paschafest in St. Anna weit mehr als ein Brauch – es ist Ausdruck eines lebendigen Glaubens und einer Gemeinschaft, die diesen Glauben miteinander teilt und trägt.