Wäsche waschen wie zu Urgoßmutters Zeiten: Da wurde geschrubbt bis auch der letzte Dreckfleck weg war. (Bild: Elfriede Winter)

Zeitreise ins Leben der Urgroßeltern: Gruppenstunde im Freilandmuseum Goglhof

Wie sah der Alltag von Familien vor rund hundert Jahren aus? Dieser Frage gingen die Kinder der katholischen Pfarrei St. Stephanus Edelsfeld nach. Zum Abschluss vor den Sommerferien besuchten sie das Freilandmuseum Goglhof in Eberhardsbühl und tauchten hautnah in die Welt ihrer Urgroßeltern ein. Schon frühmorgens um fünf Uhr begann damals der Tag: Während die Mutter den Holzofen anheizte und das Frühstück vorbereitete, versorgte der Vater die Tiere im Stall. Fast jede Familie hielt Hasen, Hühner oder Ziegen zur Selbstversorgung. Auch die Kinder mussten mit anpacken: Die Buben halfen im Stall, die Mädchen im Haushalt und beim Melken. Nach dem einfachen Frühstück – meist Brot oder Milchsuppe – ging es zu Fuß zur Schule. Fahrräder waren Luxus, Schulbusse gab es nicht. Im Klassenzimmer herrschte eiserne Disziplin. Bis zu vier Jahrgänge lernten in einem Raum, und Strenge war an der Tagesordnung: Wer nicht spurte, musste nachsitzen, in der Ecke stehen oder bekam den Rohrstock zu spüren. Nach Schulschluss am Mittag und den Hausaufgaben halfen die Kinder daheim oder spielten unbeaufsichtigt in der Natur. Auch der Haushalt war Schwerstarbeit: Ohne Staubsauger oder Waschmaschine schufteten die Frauen den ganzen Tag. Eingekauft wurde im Tante-Emma-Laden mit eigenen Behältern und Milchkannen – ganz so, wie es heute wieder im Trend liegt. Abends spendeten oft nur Kerzen oder Karbidlampen Licht, da Strom auf dem Land selten war. Fleisch gab es höchstens am Sonntag. Im Freilandmuseum durften die Jungen und Mädchen die Vergangenheit selbst ausprobieren: Nach traditionellen Spielen wie Sackhüpfen schrubbten sie dreckige Wäsche im Holztrog mit Kernseife. Ein echtes Highlight war das Butterfass: Unter Anleitung von Ernst Luber und Resi List drehten alle begeistert mit und strichen die fertige Butter in hölzerne Modeln. Auf frischem Brot schmeckte das Ergebnis hervorragend. Ein von Jakob List geführter Rundgang durch das historische Haus rundete den gelungenen Tag ab.
Ob beim „Nehman´s an Altn”, oder „Pudelnackert ohne Hemd”, Crissy Simon hatte die Lacher stets auf ihrer Seite. (Bild: Elfriede Winter)

Urgemütlicher Hutzaabend am historischen Goglhof

„Wir wollen heute einen lustigen Abend verbringen“, versprach Ernst Luber, der 1. Vorsitzende des Freundeskreises Goglhof, zur Begrüßung – und er sollte Wort halten. Unter dem treffenden Motto „Wia im richtign Lebn“ hatte der Verein zu einem traditionellen Hutzaabend in das Freilandmuseum eingeladen. Die Gäste erlebten unbeschwerte Stunden voller Humor, Musik und Oberpfälzer Gemütlichkeit. Für beste Unterhaltung hatten sich die Verantwortlichen ein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen. Im Mittelpunkt standen tiefsinnige und hintergründige Sprüche von Karl Valentin sowie der humorvolle Sketch „Der schwierige Kuhhandel“, der von Ernst Luber und Ortsheimatpflegerin Elfriede Winter natürlich in waschechter Oberpfälzer Mundart zum Besten gegeben wurde. Rita Kordein bereicherte den Abend mit ihren „Gspazettln“ und gewitzten Sprüchen. Denn Beiträge aus dem Publikum waren ausdrücklich erwünscht. Für die musikalischen Höhepunkte des Abends sorgte Crissy Simon. Die aus Funk und Fernsehen bekannte Künstlerin schaffte es mit ihrer unnachahmlichen, mitreißenden Art im Handumdrehen, dass das gesamte Publikum kräftig mitsang und schunkelte. Auch das Wetter spielte mit, forderte jedoch etwas Kreativität. Trotz der sommerlichen Hitze ließ es sich im idyllischen Hof wunderbar aushalten. Der prächtige Hausgiebel erwies sich als idealer Schattenspender. Für die nötige Abkühlung von innen war ebenfalls gesorgt. Die kühlen Getränke, deftigen Pfefferbeißer und frisch gestrichenen Schmalzbrote lagerten gut geschützt im ehemaligen Kuhstall, wo angenehme Temperaturen herrschten. Am Ende waren sich alle einig: Der Hutzaabend war ein voller Erfolg, der Tradition und Geselligkeit perfekt miteinander verband.


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Station Apfelbaum: Schon Hildegard von Bingen erkannte das Potenzial von Knospen. So verwendete sie ein Apfelknospenöl beim Kopfschmerzen, Migräne und Leberleiden. (Bild: Elfriede Winter )

Winter-Wanderung mit Kräuterpädagogin auf dem Bienenlehrpfad

Wer glaubt, im Winter scheint die Natur still zu stehen, wurde beim Winterspaziergang mit Kräuterpädagogin Jennifer Nehiebel eines Besseren belehrt. Der Freundeskreis Goglhof hatte zu einer zweistündigen Führung eingeladen und mehr als 30 interessierte Teilnehmer*innen fanden sich auf dem Goglhof ein. Auf einer Teilstrecke des Bienenlehrpfades zeigte die zertifizierte Kräuterpädagogin welche Strategien Pflanzen, wie zum Beispiel der Nelkenwurz verfolgen, um durch die kalte Winterzeit zu kommen. Weitere Stationen waren ein Apfelbaum, eine Silberpappel, eine Eiche und einiges mehr. Viele Gewächse, so Jenni Nehiebel, seien für die Kräuterheilkunde oder als Gewürze nutzbar. Gerade jetzt sei das Sammeln leichter, da viele Obstbäume und Sträucher den Erziehungsschnitt bekommen. So könne man ohne große Bedenken von den abgeschnittenen Ästen die Knopsen ernten. Ansonsten nehme man pro ausgewachsenen Baum maximal einen Fingerhut voll. Zurück im Goglhof gab es für alle eine Kostprobe „Wildpunsch” zum Stärken und Aufwärmen. Den hatte Jenni Nehiebel vorab angesetzt, und dazu gab es, von Resi List gebacken, ein Stück Quarkstollen. Für alle, die selbst so einen ungewöhnlichen „Wildpunsch”, der übrigens hervorragend schmeckte, ausprobieren möchten, hier das Rezept: 1,5 l Apfelsaft, 1 l Holundersaft, 5 Nelkenwurz, 3 EL Hagebuttenkerne, 1 TL Pappelknospen, 2 Handvoll Hagebutten, Honig nach Geschmack. Kurz aufkochen, bis zu 1,5 Stunden köcheln lassen, kurz vor dem Servieren Honig nach Geschmack zugeben und genießen.
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