Seit 1981 ist er Spiegelbild und Wissensspeicher der regionalen Geschichte zwischen Kulm und Kösseine: der Kemnather Heimatbote. Für die 45. Ausgabe des vom Kemnather Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis (HAK) herausgegebenen Jahrbuches setzten Schriftleiter Robert Schön und seine Co-Autoren den Schwerpunkt auf die wechselvolle Zeit rund um das vor acht Jahrzehnten verflossene Schicksalsjahr 1945.
Ein anschauliches Bild der zwölf „braunen Jahre” in Kemnath zeichnet Schön in einem 14-seitigen Aufsatz und in der Abschrift eines amtsärztlichen Visitationsberichts von 1938. Das Leben in Senkendorf in den 1920er, 1930er und 1940er Jahren schildert Hans Walter anhand der Erinnerungen des Müllers Georg Wopperer. Drei Texte von Harald Fähnrich, Robert Schön und Josef Scheidler werfen Schlaglichter auf Geschehnisse gegen Kriegsende: einen Todesmarsch von KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen, der Kuchenreuth durchquerte, den Abwurf amerikanischer Bomben unweit des Bahnhofs Kemnath/Neustadt und den Einmarsch der US-Armee in Kastl.
Außerdem erinnert Schön, der auch Stadtarchivar von Kemnath ist, an die letzten drei Jahre der „Gefängniskarriere” der Fronveste, die von 1945 bis 1948 auf Veranlassung der amerikanischen Militärregierung nochmals als Haftanstalt gedient hatte, ehe sie – angeblich nach einem etwas anrüchigen Vorfall – jäh geschlossen wurde. Leben und Werk des amerikanischen Kardinals Aloysius Muench, dessen Mutter aus Kemnath stammte und dem die deutschen Heimatvertriebenen aus den „Ostgebieten” während seiner Amtszeit als päpstlicher Diplomat in Westdeutschland ab 1946 besonders am Herzen lagen, beschreibt eine biographische Skizze des Theologen Rudolf Grulich. Die Artikelserie beschließen reich bebilderte Beiträge von Liane Preininger und Rainer Sollfrank über die Kemnather Stammtischkultur und den Umbau des alten Brauhauses zum Bürgerhaus sowie Jahreschroniken des Stadtgeschehens und der HAK-Vereinsarbeit.