Der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath lud am Sonntag zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Gottlieb Scharff – Ansichten und Einsichten – Kemnath vor 100 Jahren“ in das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum ein. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung und zeigten großes Interesse an der Ausstellung, die einen besonderen Blick auf Kemnath ermöglicht. Die Eröffnungsreden hielten Mitvorsitzende Katrin Pasieka-Zapf, der Zweite Bürgermeister Hermann Schraml, Museumsleiter Dr. Bernhard Piegsa und der Kemnather Künstler Rainer Sollfrank. In ihren Grußworten betonten sie die Bedeutung der Ausstellung für die Stadt Kemnath und würdigten das künstlerische Werk Gottlieb Scharffs, der das Stadtbild und das Leben seiner Zeit mit Zeichnungen, Holz- und Linolschnitten sowie Aquarellen detailreich festhielt. Einleitende Worte sprach Rainer Sollfrank, der die Ausstellung zusammengestellt und die präsentierten Werke ausgewählt hat. Er bezeichnete die Auswahl der rund 30 Exponate als besondere „Leckerbissen“. Neben Zeichnungen und Holz- bzw. Linolschnitten sind Aquarelle zu sehen, die bislang noch nicht öffentlich präsentiert wurden, ebenso wie Werke aus Scharffs Kriegsgefangenschaft in Italien, die seine künstlerische Vielseitigkeit unter besonderen Umständen zeigen.
Viele der Arbeiten entstanden in der Umgebung der heutigen Klosterbrauerei, auf dem Gelände, auf dem Scharff als Kind aufwuchs. Scharffs Werke zeigen eindrucksvoll, wie Kemnath vor rund 100 Jahren aussah: manche Orte sind noch vertraut, andere haben sich so stark verändert, dass man sie heute kaum wiedererkennt. Die Ausstellung lädt ein, auf eine Zeitreise zu gehen und bekannte Orte aus einer vergangenen Perspektive neu zu entdecken.
Besonders freuten sich die Veranstalter über den Besuch der Enkel von Gottlieb Scharff, Klaus Zuleeg und Susanne Scharff mit ihren Familien, die gemeinsam mit den Gästen an der Ausstellung teilnahmen. Ebenfalls begrüßt werden konnte Stefanie Nickl vom Institut für die Ausbildung von Fach- und Förderlehrer, der heutigen Nachfolgeeinrichtung der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Bayreuth, an der Scharff selbst als Dozent tätig war. Die Sonderausstellung ist bis Ende September jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum zu sehen.