Jedes Jahr steht das Dreikönigssingen unter einem eigenen Motto, dieses Mal: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Diesjähriges Beispielland ist Bangladesch. Willi Weitzel, bekannt aus der Serie „Willi wills wissen“, als Kind selbst Sternsinger, war in Bangladesch, um sich über die dortige Kinderarbeit zu informieren. In einem Interview mit der Katholischen Sonntagszeitung berichtete er als Beispiel von einem Buben, der nach einer Erkrankung der Eltern die Schule aufgeben und den Lebensunterhalt für seine Familie verdienen musste. Als Zwölfjähriger steht er täglich elf Stunden in einer Fabrik, wo er Aluminiumtöpfe herstellt und als Lohn umgerechnet 1,50 Euro pro Tag bekommt. Nur ein Beispiel von den 1,8 Millionen zwangsweise arbeitenden Kindern in Bangladesch. Kinder haben ein Recht auf Spiel, Bildung und Freizeit. Willi Weitzel: „Man ist nur einmal Kind und diese Kindheit wird ihnen genommen.“
Bei der Aussendung der Sternsinger in der Pfarrei Niedermurach betonte Pfarrer Herbert Rösl: „Jedes Kind ist ein besonderer Mensch und verdient es, sicher und behütet aufwachsen zu können. Nicht Kinderarbeit, sondern Schule und Ausbildung ermöglichen es, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.“ Er machte den Sternsingern bewusst, dass sie mit der Sammelaktion diesen Kindern die Chance für eine gute Zukunft geben und damit auch zu einer besseren Welt beitragen. „Euer Einsatz ist von großem Wert und wird den ausgebeuteten Kindern zu einer menschenwürdigen Zukunft verhelfen“, erklärte Pfarrer Herbert Rösl und bekräftigte seinen Dank und seine Anerkennung für die Sternsinger.
In acht Gruppen zogen 32 Ministranten als Sternsinger am Dreikönigstag trotz klirrender Kälte durch die Pfarrei Niedermurach und die umgebenden Dörfer der Expositur Pertolzhofen. Sie brachten den weihnachtlichen Segen in die Häuser und erhielten Geldspenden von 2830 Euro, die dem Kindermissionswerk zur Verfügung gestellt werden.