Die Zimmerer der Oberpfalz trafen sich am 21. Januar 2026 in Weiden in der Oberpfalz zur jährlichen Bezirksversammlung. Dazu begrüßten der Präsident des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Zimmererhandwerks (LIV) Peter Aicher, Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski sowie Bezirksvorsitzender und Präsident des Holzbau Deutschland Instituts Adrian Blödt neben 40 Teilnehmenden aus der Branche auch Reinhold Wildenauer, den Dritten Bürgermeister der Stadt Weiden.
Zu Beginn jedes Jahres kommen die Mitgliedsbetriebe und Vertreter des Landesinnungsverbandes in jedem der sieben bayerischen Bezirke zusammen. Diese regelmäßigen Treffen dienen dazu, aktuelle Entwicklungen im Zimmererhandwerk und im Holzbau zu besprechen sowie den direkten Kontakt zwischen Verband und den Zimmerern in örtlichen Innungen und Fachgruppen zu pflegen.
Der Bezirksvorsitzende Adrian Blödt begrüßte die Teilnehmenden und stellte die Arbeit des Holzbau Deutschland Instituts vor. Das Institut, dessen Präsident Blödt auch ist, entwickelt den Holzbau durch Forschung und Wissenstransfers weiter und vertieft den Austausch mit Politik und Planern. Birgit Zinner berichtete als Repräsentantin über die Tätigkeiten der Unternehmerfrauen, ein Austauschs- und Weiterbildungsforum für im Betrieb mitarbeitende Partnerinnen und Partnern der Zimmerinnen und Zimmerer.
Präsident Peter Aicher informierte in seinem Vortrag über die Arbeit des Landesinnungsverbandes auf landes-, bundes-, und europäischer Ebene. Dazu zählen unter anderem die Nachwuchsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, strategische Verbandsentwicklung sowie aktuelle Forschungs- und Innovationsprojekte im Holzbau. „Unser Ziel ist die Etablierung von Holz als neuen Standard im Bauwesen“, betonte Aicher.
Auch der Dritte Bürgermeister der Stadt Weiden Reinhold Wildenauer hieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenfalls in Weiden willkommen. Er zeigte sich erfreut über die Nachhaltigkeit und Innovation des bayerischen Zimmererhandwerks und berichtete hierzu von lokalen Bauvorhaben.
Arbeitsschutz und Künstliche Intelligenz
Im Hauptteil bot die Bezirksversammlung den Teilnehmenden einen praxisnahen Überblick über aktuelle Fachthemen, digitale Lösungen und neue Instrumente des Landesinnungsverbands, die den Arbeitsalltag in den Betrieben erleichtern.
Einen praxisnahen Einblick in den Bereich Arbeitssicherheit gab Christoph Zimmermann, Dozent der Beratungsgesellschaft für Arbeits- und Gesundheitsschutz (BfGA) Berlin. Vorgestellt wurde das Leistungsangebot der BG BAU und ihrer Tochterunternehmen, die Betriebe bei der Organisation von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften unterstützt und finanzielle Anreize in Form von Arbeitsschutzprämien bietet.
Ein weiterer Schwerpunkt der Versammlung lag auf dem Thema Künstliche Intelligenz. Unter dem Titel „KI – Wo geht die Reise hin?“ zeigte Alexander Naumann von der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz, wie Künstliche Intelligenz Handwerksbetriebe bereits heute konkret unterstützen kann, etwa bei der Baustellendokumentation, der Erstellung von Materiallisten oder der effizienten Bearbeitung von E-Mails.
Neuigkeiten im Jahr 2026, Nachhaltigkeit und digitale Werkzeuge des Verbandes
Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski gab einen Überblick über aktuelle politische und rechtliche Entwicklungen. Themen waren der Bauturbo und seine möglichen Auswirkungen auf die Bauwirtschaft, die Entwicklung der Lohnkosten sowie rechtliche Neuregelungen ab 2026, etwa zur Bewertung von Fahrzeiten als Arbeitszeit. Außerdem stellte er den neuen Nachhaltigkeits-Piloten des Landesinnungsverbandes vor. Das Tool ermöglicht Mitgliedsbetrieben die einfache Berechnung von CO₂-Emissionen sowie die schnelle Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts und steht exklusiv den Innungsbetrieben zur Verfügung.
Valentin Klingler, Verbandsreferent für Nachhaltigkeit und Effizienz im Holzbau, präsentierte im Anschluss aktuelle Forschung und ihren konkreten Nutzen für die Betriebe, gab einen Überblick über die aktuelle Förderlandschaft und beantwortete die Frage, welche Nachweise im Rahmen der PEFC-Zertifizierung erforderlich sind.
Abgerundet wurde das Programm durch einen Vortrag von Andreas Kraft, Verbandsreferent für Technik und Umwelt. Er präsentierte eine neue digitale Lernplattform des Landesinnungsverbandes für seine Mitgliedsbetriebe, mit der Mitarbeiterunterweisungen einfach, schnell und rechtssicher dokumentiert werden können.