Im Juli stand im Programm von „Gemeinde geht” ein Besuch in der Kirche St. Michael in Weiden auf dem Plan. Schon am Eingang wurde die Gruppe herzlich von Frau Pfarrerin Christiane Weber empfangen. Beim Betreten der Kirche fiel den Besuchern sofort die beeindruckende Größe, der hohe, lichte Raum und die Helligkeit des Gotteshauses auf.
Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert, hat im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Zerstörungen erlebt und wurde immer wieder aufgebaut. Besonders erinnerungswürdig ist das Jahr 1759, als der Turm einstürzte. Dabei wurde die südliche Chormauer zerstört und es gab auch Verletzte. Frau Weber berichtete zudem, dass bereits 1522 hier der erste evangelische Gottesdienst stattfand. Ab 1663 wurde das sogenannte Simultaneum eingeführt: Katholische und evangelische Christen nutzten die Kirche zu gleichen Teilen und wechselten sich bei den Gottesdiensten ab.
Besonders interessant waren die Erläuterungen zum Altar. Die übergroßen Figuren von Petrus und Paulus fallen sofort ins Auge. Das Altarbild, geschaffen vom Maler Johann Karl, zeigt die Geburt Christi. Es handelt sich um ein ganz besonderes „Simultanbild”, bei dem man sowohl eine evangelische als auch eine katholische Seite erkennen kann. Die Heiligenfiguren waren in kleinen Nischen des Altars untergebracht und wurden während evangelischer Gottesdienste hinter dafür angebrachten Türchen verborgen.
Der Namenspatron der Kirche, der Erzengel Michael, ist gleich zweimal präsent: auf dem Schalldeckel der Kanzel und im oberen Bild des Altars. Ein weiteres Highlight ist die Max-Reger-Gedächtnisorgel, die 2007 in die Kirche eingebaut wurde. Sie erfreut sich großer Beliebtheit – nicht nur bei Kirchenmusikern.
Frau Webers lebendige und fundierte Ausführungen ließen die Stunde wie im Flug vergehen. Am Ende bedankte sich die Gruppe mit einer Spende für die Kirche und zeigte sich tief beeindruckt von den vielfältigen Geschichten, die eine so alte Kirche erzählen kann.