13 Jahre nach dem ersten Besucht stattet der Historische Arbeitskreis Tirschenreuth dem Geschichtspark in Bärnau wieder einen Besuch ab. Die Entwicklung war beeindruckend für die Mitglieder.
Wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich durch das größte Archäologische Freilandmuseum Deutschlands zu führen. Nach einer kurzen Einführung, in der Wolters die Besiedlung der nördlichen Oberpfalz durch die Slaven erläuterte, ging es in den Park. Franz Krapf, Leiter des HAK und des Tirschenreuther Ableger des Oberpfalzvereins, machte darauf aufmerksam, dass ja auch vor einigen Jahren in Lohnsitz, gleich neben der Kreisstadt eine Slavensiedlung ausgegraben worden sein.
Nach besuchen einer frühmittelalterlichen Slavensiedlung mit Gruben- und Pfostenhäusern ging es zum Brennofen, wo gerade Darsteller damit beschäftigt waren, Tongefäße mit Methoden vor dem Jahr 1000 zu formen und zu brennen. Vor der mittelalterlichen Turmhügelburg aus dem 11. Jahrhundert wurden die Kriegs- und Kampfmethoden dieser dunklen Zeit erläutert.
Die Kirche aus etwa der gleichen Zeit wurde ebenfalls vor etwa 8 Jahren erbaut und mit einem Altarraum ausgestaltet. Das kunstvolle Ausmalen wurde nach mittelalterlichen Methoden und Vorbild von Gaby Saller aus Tirschenreuth geplant und umgesetzt.
Der nächste Zeitsprung führte dann ins Hochmittelalter mit seinem Dorfplatz. Das Wirtshaus mit Übernachtungsmöglichkeiten und einem Ur-Kachelofen waren dort die Ziele. Später ging es dann ich die noch spätere Epoche des 14. Jahrhunderts. Seit 2018 rekonstruiert dort der Geschichtspark einen Reisehof von Kaiser Karl IV, der nachweislich einige Male über Bärnau nach Prag und Nürnberg gereist war. Das Besondere daran: Es wird mit handbehauenen Steinen gebaut. Dazu erläuterte der Archäologe den Kalkbrennofen. Nach historischem Vorbild wird dort Branntkalk für Mörtel und Putz hergestellt. Dieser Ofen müsse etwa 4 Tage mit einer Temperatur um die 1.000 Grad betrieben werden. Nach dem Abkühlen wird der so gewonnene Branntkalk mit Wasser abgelöscht und dann zum Bauen der Reisestation hergenommen.
Die beeindruckten Besucher fanden anschließend noch Zeit für eine Tasse Kaffee im Museumslokal Brot und Zeit.