Noch liegt der Maibaum auf dem Lagerplatz, doch beim Heimatring laufen die Vorbereitungen für die traditionelle Aufstellung bereits auf Hochtouren. Wie in den vergangenen Jahren liegt die Organisation wieder in den Händen des Vereins – und damit auch die sorgfältige Überarbeitung des Baumes, damit er zum Maianfang ein schmuckes Bild abgibt.
Bei der ersten Begutachtung zeigte sich, dass an mehreren Stellen Korrekturen notwendig sind. Wind, Regen und Sonneneinstrahlung hatten dem Maibaum über das Jahr hinweg zugesetzt. Besonders betroffen waren die bunten Stoffbänder an den beiden Kränzen, die den Baum zieren. Schon jetzt lassen sich am oberen, kleineren Kranz die ursprünglich zwölf grünen und zwölf roten Bänder erkennen, während der große Kranz mit seinen sechzehn Bändern im blau-weißen Rautenmuster den traditionellen Charakter unterstreicht. Doch viele der Stoffbahnen waren ausgeblichen oder beschädigt und mussten ersetzt werden.
Damit begann die eigentliche Feinarbeit, die seit Jahren in bewährten Händen liegt. Margret Eckert, Franziska Ertl und Rita Dineiger nahmen sich der Aufgabe an. In stundenlanger Handarbeit wurden Stoffe zugeschnitten, Nähte gesetzt und neue Bänder vorbereitet. Zwischen Stoffbahnen, Schere und Nähmaschine entstand so Stück für Stück der neue Schmuck für den Maibaum.
„Ohne diese engagierte Unterstützung wäre es kaum möglich, den Maibaum jedes Jahr so ansprechend zu gestalten“, betonte Vorsitzender Heiner Vierling. „Die Arbeit im Hintergrund sieht man später kaum – aber sie ist entscheidend dafür, dass unsere Tradition in einem würdigen Rahmen weiterlebt.“
Auch Franziska Ertl unterstrich die Bedeutung der Vorbereitung. „Es gehört einfach dazu, dass wir uns rechtzeitig zusammensetzen und alles vorbereiten“, erklärte sie. „Wenn der Maibaum dann aufgestellt wird und die Bänder im Wind flattern, weiß man, dass sich die Mühe gelohnt hat.“
Nachdem die neuen Stoffbänder fertiggestellt sind, werden sie bei der abschließenden Vorbereitung am Maibaum angebracht. Dann steht der traditionellen Aufstellung nichts mehr im Wege. Für den Heimatring ist diese Arbeit mehr als reine Routine, sie ist Ausdruck gelebter Gemeinschaft und Pflege regionaler Bräuche.
Mit den frisch gefertigten Bändern und den notwendigen Ausbesserungen wirft der Maibaum bereits seine Schatten voraus. Bald wird er wieder im Mittelpunkt stehen und den Beginn der warmen Jahreszeit symbolisieren – vorbereitet von vielen fleißigen Händen, die im Hintergrund mit großem Engagement arbeiten. Am 30. April ist es so weit.