Sulzbach-Rosenberg (am). Ob auf dem Kutschbock oder im Sattel – am vergangenen Wochenende bewies die Reit- und Fahrvereinigung Sulzbach-Rosenberg e.V., dass alle Pferdefreunde eine gemeinsame Basis eint: die Liebe zum Tier und der Wunsch nach einer harmonischen, pferdegerechten Ausbildung. Bereits zum zweiten Mal brachte die Expertin Elisabeth Adlhoch – internationale Fahrrichterin (bis Klasse S*) und Richterin für Breitensport Reiten – beim vereinsinternen „Flexikurs“ fachliche Tiefe und praktische Erfahrung zusammen.
Theorie und Koordination
Bevor die ersten Hufe klapperten, hieß es: Theorie unter freiem Himmel. Adlhoch beleuchtete unter anderem die klassische Ausbildungsskala sowie das angestrebte Ziel der „Durchlässigkeit“. Damit ist gemeint, dass das Pferd die Hilfen des Menschen prompt und zufrieden durch den ganzen Körper fließen lässt. Ein weiteres Highlight war die Vorbereitung auf die Doppellonge. Bei dieser Methode wird das Pferd ohne Reitergewicht über zwei Leinen vom Boden aus trainiert. Da der Handwechsel hierbei höchste Koordination erfordert, wurde zunächst „trocken“ an einem Fahrlehrgerät geübt. Erst als die Griffe blind saßen, wurde die Technik auf das Pferd übertragen. Der Grundsatz: Der Mensch muss erst die Koordination beherrschen, bevor er vom Tier klare Reaktionen erwarten kann.
Praxis mit Tiefgang
In der Umsetzung auf dem Platz und in der Halle zeigte sich die Kompetenz der Trainerin, die durch ihr umfangreiches und disziplinübergreifendes Fachwissen auf jedes Team individuell eingehen konnte. Das Spektrum reichte vom Reiten und Fahren über die Doppellonge bis zur Arbeit am Langzügel, bei der der Trainer unmittelbar hinter dem Pferd geht. Jeder Teilnehmer absolvierte drei Einheiten – Zeit genug, um das Gelernte zu festigen. Durch die begleitende Blickschulung erlebten die Teilnehmer unmittelbar, wie bereits kleinste Korrekturen in der Hilfengebung die Harmonie zwischen Mensch und Tier verbesserten.
Fazit: Durchwegs positive Bilanz
Der Kurs lieferte wertvolle Impulse für den Alltag: So profitiert etwa ein Dressurpferd von der Arbeit ohne Reitergewicht an der Doppellonge, während das Training am Langzügel dem Fahrpferd zu mehr Präzision verhilft. Am Ende blickten die Teilnehmer auf ein lehrreiches Wochenende in bester Stimmung zurück. Es wurde deutlich, dass eine fundierte Ausbildung die Basis für Freude und Sicherheit im Umgang mit dem Partner Pferd ist. Mit neuem Wissen starten die Teams nun motiviert in die Sommersaison. Die durchweg positiven Rückmeldungen bestärken den Verein, dieses Format auch in Zukunft anzubieten.