Wie wichtig es ist, sich mit der Endlichkeit des Lebens und dem Tod zu beschäftigen, erfuhren die Teilnehmer einer Buchlesung des Hospizverein der KEB in der Amberger Stadtbibliothek. Autorin Petra Bartoly y Eckert las dabei aus ihrem Buch „Reden wir übers Sterben” in dem sie erzählt, was sie auf dem Münchner Jakobsweg durch Gespräche mit anderen Pilgern und mit vorher ausgewählten Experten über Leben und Tod gelernt hat. Die Kernbotschaft der Experten und der Gesprächspartner war: Weil das Leben endlich ist, muss der Tod wieder heraus aus der Tabuzone und wir müssen uns mit ihm beschäftigen. Was für die Vorbereitung auf das Sterben und die Bewältigung der Trauer wichtig ist, wurde der Autorin in Gesprächen bewusst, die sie mit einer Bildhauerin, die Erinnerungskunst herstellt, einer Palliativmedizinerin, dem klinischen Seelsorger Pater Valentin, dem Betreiber einer Sargboutique, dem Leiter eines Bestattungsamtes und dem Kabarettisten Gerhard Polt geführt hat Manche der Ratschläge waren durchaus mit einem Augenzwinkern versehen. Aber wer sich auf den Tod einstellt, kann Erinnerungen schaffen und den eigenen Abschied mit den Angehörigen gut vorbereiten. Wie hilfreich ein Stück Erinnerungskunst bei der Trauerbewältigung sein kann, wurde bei der Lesung ebenso deutlich wie die Bedeutung einer guten Bestattung, an der auch Freunde und Bekannte Abschied nehmen dürfen. Und besonders wichtig für die Trauerbewältigung und den eigenen Seelenfrieden ist es, sich vor dem Tod mit den Sterbenden auszusöhnen. Das wurde in einem sehr persönlichen Bericht der Autorin über das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater deutlich. Mit den Worten am Sterbebett „Es war schwierig zwischen uns. Vieles war nicht gut. Jetzt sollten wir es gut sein lassen”, half sie sich und ihrem Vater. Er konnte danach ruhig gehen, und ihr half die Versöhnung bei der Trauer um ihn.