„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ – dieser Satz bekommt an der Mittelschule Kümmersbruck eine besonders praktische Bedeutung. Denn Bildung bedeutet hier mehr als Unterricht in Klassenzimmern. Sie umfasst Empathie, soziale Verantwortung und die Fähigkeit, aufeinander zuzugehen – Werte, die bereits in der Bayerischen Verfassung als oberste Bildungsziele festgeschrieben sind. Die Mittelschule Kümmersbruck lebt diesen Anspruch seit vielen Jahren: Ob über musische Angebote wie Chor und Band, Umwelt- und Sportprojekte oder die Partnerschaft mit der tschechischen Gemeinde Holýšov – stets geht es darum, Herz und Charakter der Jugendlichen zu stärken. Einen besonderen Akzent setzt Studienrätin Gabi Grüner-Kreillinger seit dem vergangenen Schuljahr mit der 8. Klasse: In Kooperation mit dem benachbarten Antonius-Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt findet eine langfristige Zusammenarbeit statt. Ziel ist es, soziale Kompetenzen zu fördern und Jugendlichen direkte Einblicke in soziale Berufe zu ermöglichen. Die Lehrkraft erklärt ihre Motivation so: „Warum trennen wir Alt und Jung so stark, wo beide Seiten so viel voneinander profitieren könnten?“ Bereits nach wenigen Treffen haben sich kleine Tandems aus Schülern und Seniorinnen gefunden, die sich immer besser kennenlernen und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen. Jetzt zur Adventszeit trafen sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Bewohnerinnen des Seniorenhauses zum Basteln von Adventskränzen. Die Aktion bot viel Raum für Austausch über Bräuche und persönliche Erinnerungen. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von Helga Keck vom Kolping-Bildungswerk Amberg. Die Freude am kreativen Gestalten zeigte sich deutlich – und mehr noch: Das gemeinsame Arbeiten verbindet. Lachen, Geschichten und neugierige Fragen machten den Nachmittag für alle Beteiligten zu einem besonderen Erlebnis. Wie wertvoll diese Treffen sind, beschreibt eine Bewohnerin schlicht und eindrucksvoll: „Der Dienstag ist der schönste Tag in der Woche.“ Für die Schülerinnen und Schüler ist dies ein starkes Zeichen dafür, dass ihr Engagement gebraucht und geschätzt wird. Die Schulgemeinschaft sieht in dem Projekt einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen – ganz im Sinne des Gedankens, fürs Leben zu lernen. Denn durch den Kontakt zwischen Jung und Alt wächst gegenseitiges Verständnis, es entstehen neue Perspektiven und echte soziale Erfahrungen.