Der Festspielverein lädt die Bevölkerung am heutigen Freitag, 22. Mai, ab 19 Uhr in die Alte Mälzerei des Pflegschlosses zu einer Führung durch die Ausstellung „200 Jahre Hirschauer Steingut“ unter fachkundiger Leitung von Altbürgermeister Hans Drexler ein. An die Führung schließt sich ein gemütliches Beisammensein an.
Vor 200 Jahren, am 18. April 1826, begann eine bedeutende Epoche Hirschauer Industriegeschichte. Die Regierung des Regenkreises erteilte Karl Martin Dorfner, Josef Konstantin Dorfner und Heinrich Waffler die Konzession zum Betrieb einer Steingutfabrik. Ab diesem Zeitpunkt wurden bis zum Jahr 1956 hochwertige Steingutwaren gefertigt, zunächst in der „Alten Fabrik“, ab 1894 in der „Neuen Fabrik“.
An dieses bedeutende Kapitel Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Stadt erinnert die Ausstellung, die der Festspielverein in der alten Mälzerei präsentiert. In den Glasvitrinen sind ca. 1 000 Steingutstücke - Gebrauchsgeschirr genauso wie dekorative und künstlerisch gestaltete Exemplare - aus den drei Epochen Dorfner (1826 bis 1918), Carstens (1918 bis 1936) und Luckscha (1936 bis 1956) im Erdgeschoss der alten Mälzerei im Pflegschloss zu besichtigen. Aus der Dorfner-Ära sind auch Druckplatten für den Umdruck zu sehen. Unter den Ausstellungsstücken sind ca. 40 Krüge. Eine Hauptattraktion darunter ist ein Reservistenkrug des 6. Amberger Regiments aus der Zeit 1896 bis 1898. Außerdem sind in Regalen über 30 verschiedene Dekore auf Tassen und Milchkännchen zu bewundern. 36 an den Wänden des Ausstellungsraumes angebrachte Schautafeln machen deutlich, dass die beiden Hirschauer Fabriken einst zu den größten der Oberpfalz gehörten. Die Schautafeln erzählen deren Geschichte von der Gründung bis zum Konkurs. Zeitdokumente informieren über ihre Besitzer und über einige in ihren Betrieben tätige namhafte Künstler. Sie schildern ebenso den Alltag der Arbeiter, Dreher und Maler. Die Tafeln erklären, welche Rohstoffe für die Herstellung der Steingutwaren benötigt wurden und beschreiben die Fertigungsprozesse.