Wichtigster Teil des 125-jährigen Jubiläums der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) war der Festgottesdienst, zelebriert von Präses Pfarrer Johann Hofmann, dem ehemaligen Präses Hans-Peter Bergmann und Diakon Richard Sellmeyer. Umrahmt wurde der Gottesdienst von Organistin Frau Iryna Herrmann und einem Posaunen-Duo des Musikzuges. Bei den Fürbitten wurde u.a. der verstorbenen KAB-Mitglieder in Dankbarkeit gedacht.
In seiner Predigt hat Diakon Richard Sellmeyer mit dem Wort Gottes und dem Leben aus der KAB und den Gläubigen eine gute Verbindung hergestellt. Am 30. März 1901 gegründet, so steht es auf dem KAB-Banner und die Schlagworte „Eintracht und Liebe“. Zielsetzung und Sinn des Vereins vor 125 Jahren und auch heute: Einsatz für Würde, Gerechtigkeit, Demut und Glaube, orientiert an der christlichen Soziallehre. Sellmeyer zitierte Markus Nickl im Rundbrief der KAB Regensburg:
Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viele Stunden sollen Menschen arbeiten? Sondern: Wie gestalten wir eine Arbeitswelt, in der Menschen gesund bleiben, Familien leben können und nicht im Chaos der Anforderungen zerrieben werden. Mit dem Dreiklang – mit den Händen arbeiten, mit dem Herzen fühlen, den Blick auf die Würde jedes Menschen lenken endete der Diakon mit der Bitte an Gott, dass Er uns auf diesem Weg begleiten möge.
Die neue Bürgermeisterin Beate Dietrich sprach in ihrem Grußwort von einem stolzen Jubiläum, das zugleich Anlass gibt auf die große Geschichte dieser Bewegung zu blicken und auf das, was in Hirschau gerade in der Zeit nach dem Krieg geschaffen wurde. Damals stellte die Kirche Baugrund zu Verfügung, was ein Ausdruck gelebter Solidarität war. Die KAB war Teil dieses Aufbruchs und ein klares Bekenntnis: Wir bauen gemeinsam wieder auf – nicht nur Häuser, sondern auch Gemeinschaft und Zukunft. Die Herausforderungen haben sich verändert, so die Bürgermeisterin – Stichworte wie Digitalisierung, unsichere Beschäftigungsverhältnisse oder steigender Leistungsdruck zeigen das deutlich. Aber die zentrale Frage bleibt gleich: Wie schaffen wir eine Arbeitswelt, die dem Menschen dient. Genau hier braucht es Organisationen wie die KAB.
Mit einem Herzlichen Glückwunsch zum 125 jährigen Bestehen der KAB in Hirschau und Gottes Segen für alles, was noch kommt, beendete die Bürgermeisterin an ihrem ersten Amtstag ihr Grußwort.
Die Ehrung eines treuen Mitgliedes Wolfgang Schwab, der 50 Jahre der KAB Hirschau die Treue hält, musste wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung des Jubilars auf einen späteren Termin verschoben werden.
Abschließend dankte Vorsitzenden Günter Übelacker allen Mitwirkenden am Festgottesdienst, an die Zelebranten, Messdiener, Mesner Alfons Flor, Lektorin Veronika Forster, Werner Schulz von der Presse und allen Gottesdienstbesuchern, die der Feier beiwohnten. Abschließend gab der Vorsitzende der Hoffnung Ausdruck, dass das Jubiläumsfest Menschen dazu bewegen konnte, sich dem KAB-Ortsverein als Mitglied anzuschließen, denn eine Organisation wie die KAB werde auch weiterhin gebraucht. Den weltlichen Teil des Festes verbrachten die Mitglieder beim 50. Maifest der Freiwilligen Feuerwehr beim Mittagessen und geselligem Plausch.